Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 23. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig-Thekla

Rassistische Beleidigungen und Schlag gegen Spieler überschatten A-Jugend-Spiel

Am vergangenen Sonntag musste das A-Jugend-Spiel zwischen dem SV Thekla und Blau-Weiß Leipzig abgebrochen werden. Dem vorausgegangen waren zahlreiche rassistische und antisemitische Beleidigungen der Gästemannschaft durch die Thekla-Fans. Unter anderem seien sie als "Kanaken" und "Judenschweine" bezeichnet worden. Bei der Mannschaft aus Kleinzschocher sind viele Spieler mit Migrationshintergrund aktiv, bereits im Hinspiel sei es zu rassistischen Ausfällen gegen sie gekommen.Im Laufe des Spiels kam es nach einem Elfmeterpfiff gegen Thekla zu einer Rudelbildung, der Sicherheitsdienst musste betrunkene Thekla-Fans von einem Platzsturm abhalten und die Polizei notierte eine "Backpfeife" von Thekla-Trainer Ronny Claus gegen den Blau-Weiß-Torwart. Der sieht sich und seine Mannschaft ungerecht behandelt und meinte dazu nur: "Wenn man deutschsprachig ist, ist man immer der Dumme.".

Quelle: Presse

Vorfall vom 22. April 2018 | LK Görlitz

Ostritz

Rechte Vorfälle bei Schild-und-Schwert-Festival - Tag 3

Auch am Abreisetag des Schild-und-Schwert-Festivals erhielten zwei Männer eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Ein 27-Jähriger sowie ein 31-Jähirger trugen auf dem Festivalgelände ihre tätowierten Triskelen zur Schau. Die Triskele diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Zeichen einer SS-Division, seit den 80er Jahren fand sie außerdem im Logo des im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour" Verwendung.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 21. April 2018 | LK Görlitz

Ostritz

Rechte Vorfälle bei "Schild-und-Schwert-Festival" - Tag 2

Wie schon am Tag zuvor registrierte die Polizei auch am zweiten Tag des Schild-und-Schwert-Festivals mehrere rechte Straftaten. Die Mehrzahl dieser bildete das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bis 17 Uhr wurden allein zehn derartige Fälle bekannt.

In den Mogrenstunden zeigten z.B. zwei Personen das in Deutschland nach § 86a des StGB verbotene gleichschenklige Keltenkreuz. Ein 31-Jähriger trug dieses als offen sichtbare Tätowierung, eine 49-Jährige zeigte das Symbol auf ihrem T-Shirt. Die Verwendung des gleichschenkligen Keltenkreuzes ist in Deutschland seit dem Verbot der "Volkssozialistischen Bewegung Deutschland" im Jahr 1982 strafbar.

Bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung des Geländes am frühen Nachmittag konfiszierte die Polizei außerdem 19 T-Shirts sowie zwei Transparente des "Sicherheitsdienstes Arische Bruderschaft". Sowohl auf den Bannern, als auch auf den T-Shirts waren zwei gekreuzte Stiehlhandgranaten zu sehen. Dieses Symbol erinnert an ein in der Zeit des Zweiten Weltkrieges von der "SS-Sondereinheit Dirlewanger" getragenes Kennzeichen. Die Einheit, die für ihr grausames und brutales Vorgehen berüchtigt war, wirkte u.a. an der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes mit, bei der in wenigen Wochen ca. 180.000 Menschen getötet wurden.

Im Verlauf des Nachmittags und Abends dokumentierte die Polizei weitere Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie des Zeigens des Hitlergrußes. Allein im direkten Umfeld des Festivalgeländes ereigneten sich sechs solcher Fälle. Im Bereich Bahnhofsstraße / August-Bebel-Straße provozierten zudem wiederholt Teilnehmer_innen des rechten Festivals die Teilnehmer_innen des Gegenprotests. Nicht in allen Fällen blieb es bei verbalen Auseinandersetzungen.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 21. April 2018 | LK Bautzen

Bautzen

Geflüchteter getreten und geschlagen

In der Nacht von Freiatg auf Samstag wurde ein 19-jähriger Mann irakischer Herkunft auf der Thomas-Mann-Straße von einem Mann und einer Frau (29/19) attackiert. Das Duo trat dem Mann in die Genitalien und schlug ihn mehrfach in den Lendenbereich.

Bereits zuvor war der 29-jährige Täter auf der Weigandstraße aufgefallen. Hier rief er verfassungsfeindlichen Parolen und zeigte den sogenannten Hitlergruß. Nach Polizeiangaben hielt sich zu diesem Zeitpunkt auch die spätere Täterin in seiner Umgebung auf. Weder die Aufnahme der Personalien noch ein ausgesprochener Platzverweis vermochten es jedoch, das Duo von der folgenden Tat abzuhalten.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 20. April 2018 | LK Görlitz

Ostritz

Rechte Vorfälle bei "Schild-und-Schwert-Festival" - Tag 1

Am ersten Tag des Schild-und-Schwert-Festivals kam es zu mehreren strafrechtlich relevanten Zwischenfällen, für die sich Teilnehmer_innen des rechten Festivals verantworten müssen:

Während der Kontrolle von ankommenden Teilnehmer_innen stellte die Polizei in drei Fällen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen fest.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich, nachdem ca. 150 Medienvertreter_innen im Beisein der Polizei das Veranstaltungsgelände besichtigten. Eine 40-jährige Teilnehmerin des Festivals fühlte sich offenbar durch das Filmen eines 27-jährigen Journalisten belästigt, worauf sich ein Handgemenge entwickelte, in dessen Zuge das Mikrofon der Kamera beschädigt wurde.

In der Nacht auf Samstag zeigte ein 31-Jähriger auf der Görlitzer Straße außerdem den Hitlergruß.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 19. April 2018 | Stadt Dresden

Dresden Friedrischstadt

Fremdenfeindliche Beleidigungen und Bedrohung

Auf der Berliner Straße beleidigte ein 41-jähriger Mann laustark einen 20-jährigen Mann afghanischer Herkunft mit fremdenfeindlichen Sprüchen. Der 41-Jährige, der außerdem einen freilaufenden Hund mit sich führte, gebärdete sich dabei äußerst aggressiv und schritt auch nicht ein, als sein Hund den 20-Jährigen bedrängte. Als der Betroffene vor dem Hund auf ein Autodach flüchtete, verletzte er sich leicht. Hinzugerufene Polizist_innen nahmen den 41-Jährigen schließlich in Gewahrsam und übergaben den Hund einem Tierheim.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 19. April 2018 | Nordsachsen

Torgau/Leipzig

Rassistischer Mordversuch in Torgau?

Bereits imJuli2017 kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall in Torgau, Landkreis Nordsachsen. Eine Gruppe Deutscher stritt sich mit einigen ausländischen Männern. Unvermittelt kam Kenneth E. dazu, der ohne Vorwarnung aus etwa einem Meter Entfernung einemSyrer zwei mal in den Oberkörper schoss. Der junge Mann überlebte nur dank einer sofortigen Notoperation.

Nun wird der Fall am Landgericht in Leipzig verhandelt. Die Anklage lautet versuchter Mord und laut Richter Jagenlauf wird unter anderem zu klären sein, ob dieser auch heimtückisch geschah. Außerdem wurden bei dem Angeklagten Gegenstände mit dem Abbild Hitlers und Rommels gefunden, es lässt sich also durchaus auf ein extrem rechtes Weltbild und auf ein rassistisches Tatmotiv schließen. Der Täter ist wegen verschiedener Gewaltdelikte bereits vorbestraft.

Quelle: Presse

Vorfall vom 19. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig/Dessau

(Ex-) Mitglied der rechten RB-Leipzig-Fangruppe "LE United" wegen Hitlergruß vor Gericht - überraschender Freispruch

Die rechte Fangruppierung "LE United" fiel in der Vergangenheit mehrfach wegen Bedrohungen und Körperverletzungen auf. So schlugen sie beispielsweise nach einem Heimspiel am 4. November 2017 auf linke Ultras der Red Aces ein und brachen einem das Nasenbein.

Nun stand ein (zum Tatzeitpunkt) Mitglied der Gruppe in Dessau vor Gericht, weil er bei einem Testspiel in der Stadt den Hitlergruß gezeigt haben soll. Als Polizisten dies sahen, nahmen sie die Personalien des alkoholisierten Mannes auf und verwiesen ihn des Stadions. Vor Gericht widersprachen sich die Beamten jedoch in einigen Details, weshalbdie Schuld des Angeklagten nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte. Der Richter sagte zum Urteil: „Das ist nicht das Einsehen Ihrer Unschuld, sondern Zweifel an Ihrer Schuld.“.

Quelle: Presse

Vorfall vom 18. April 2018 | Nordsachsen

Delitzsch

Schlägerei und rassistische Äußerungen

Laut einer Parlamentsabfrage wurde wegen Körperverletzung gegenunbekanntermittelt. Demnach wurde mindestens eine Person als "Scheiß Türke" bezeichnet und körperlich angegriffen. Das Verfahren wurde jedoch nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt.

Quelle: Kleine Anfrage

Vorfall vom 18. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig - Südvorstadt

Antisemitisches Hassposting

Laut einer kleinen Anfrage der sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz wurde von Leipzig aus im Internet ein antisemitisches Hassposting verbreitet. Es wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Quelle: Kleine Anfrage

Vorfall vom 18. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig - Lindenau

Antisemitische E-Mail

Laut einer kleinen Anfrage der sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz wurde von Leipzig aus eine E-Mail mit antisemitischem Inhalt verschickt. Es wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Quelle: Kleine Anfrage

Vorfall vom 16. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig-Großzschocher

Rechte Schmiererei

Unbekannte bringen an einem Mehrfamilienhaus Huttenstraße Ecke Pfeilstraße in Leipzig-Großzschocher ein Hakenkreuz sowie den Schriftzug "NSDAP SS" an. Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Presse, Polizei

Vorfall vom 14. April 2018 | LK Leipzig

Brandis

Körperverletzung in Brandis

Laut einer kleinen Anfrage der sächsischen Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz wurde eine Person ausAserbaidschanin Brandis geschlagen. Die Polizei wertet den Angriff als "fremdenfeindlich" und ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: Kleine Anfrage

Vorfall vom 14. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig-Zentrum

Rassistische Dynamo-Fans am Hauptbahnhof Leipzig von Polizei kontrolliert

Nach einer Heimniederlage der SG Dynamo Dresden skandieren vier Anhänger von Dynamo am Samstagabend während der Rückfahrt mit dem Regionalexpress in Richtung Leipzig rechte und volksverhetzende Parolen. Diese richten sich laut Bundespolizei besonders gegen eine ausländische Reisende und ihr Kind. Die Pöbeleien beginnen ab dem Halt des Zuges in Dahlen. Andere Fahrgäste, die sich offenbar daran stören, werden ebenso wie der Zugbegleiter aggressiv bedroht und beleidigt. Der 41-jährige Haupttäter aus Zörbig (Sachsen-Anhalt) und seine drei Begleiter rufen u.a.: „Ihr kriegt beide auf die Fresse!“ und „Ich schlag Dir Deine blonden Locken aus dem Schädel!“ Am Leipziger Hauptbahnhof wird die Gruppe von der Bundespolizei empfangen. Diese ermittelt nun wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Nötigung.

Quelle: Presse, Polizei

Vorfall vom 11. April 2018 | Stadt Leipzig

Leipzig-Zentrum

Antisemitische Rufe und Bedrohungen

Anlässlich des Tages des Gedenkens an den Holocaust versammelten sich 150 Menschen am Richard-Wagner-Hain. Bei der Auftaktkundgebung äußerte sich eine Person einem Demonstrationsteilnehmer mit einer Israel-Fahne ablehnend gegenüber und sagte "Das ist immer noch mein Land". Drei weitere Personen begleiteten die Demonstration bis zur Thomaskirche und riefen immer wieder "Scheiß Israel", "Tod Israel" und "Freiheit für Palästina" und bedrohen Teilnehmende der Demonstration.

Quelle: Chronik.LE