01 Jul
Veranstaltung am 1. Juli 2026 um 17:30 Uhr

Was hat Marwa mit dir zu tun? Gedenkveranstaltungen am 1. Juli in Dresden und Leipzig

Öffentliche Gedenkveranstaltungen am 1. Juli 2026, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus:
• Dresden: Die Landeshauptstadt, das Justizministerium und der Initiativkreis Gedenken.Erinnern.Mahnen laden 17:30 Uhr in den Marwa-El-Sherbini-Park vor dem Landgericht an der neuen Gedenkstele ein.
• Das Leipziger Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus und andere laden 19 Uhr an die kleine Bühne im Lene-Voigt-Park (Höhe Heinrich/Josephinenstraße) ein.

Gerne können Blumen mitgebracht werden!

Ausschnitt Stele El-Sherbini Dresden.jpg

Marwa El-Sherbini wurde am 01.07.2009 im Dresdner Landgericht aus antimuslimisch-rassistischen Motiven ermordet. Am Tag gegen antimuslimischen Rassismus gedenken wir ihr und allen Menschen, die von antimuslimischem Rassismus betroffen sind oder ihm zum Opfer fielen.

Als Marwa El-Sherbini ermordet wurde, war sie 32 Jahre alt, schwanger und Mutter eines dreijährigen Sohnes. Sie wurde vor den Augen ihres Kindes getötet, nachdem sie sich juristisch gegen rassistische Beleidigungen zur Wehr gesetzt hatte.

Antimuslimischer Rassismus ist kein Problem der Vergangenheit. Das kürzlich veröffentlichte vierte Lagebild von CLAIM dokumentiert für das Jahr 2025 mehr als 4.000 antimuslimisch-rassistische Vorfälle in Deutschland – rund 1.000 mehr als im Vorjahr. Erfasst wurden unter anderem zwei Tötungsdelikte, zahlreiche Körperverletzungen sowie Diskriminierungen im Bildungsbereich, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und in Behörden. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, insbesondere Frauen. Die dokumentierten Vorfälle entsprechen durchschnittlich mehr als elf antimuslimisch-rassistischen Übergriffen und Diskriminierungen pro Tag. Dabei handelt es sich ausschließlich um gemeldete Fälle.

Doch antimuslimischer Rassismus beschränkt sich nicht auf individuelle Vorurteile. Er wirkt auch strukturell und institutionell – in Behörden, Bildungseinrichtungen, Medien und im öffentlichen Leben. Das Leipziger Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus und auch SUPPORT schließt sich deshalb weiterhin der Kritik der Familie Marwa El-Sherbinis an. Bis heute sind zentrale Fragen zum Umgang der Ermittlungs- und Justizbehörden mit dem Fall nicht umfassend beantwortet. Die Erinnerung an Marwa El-Sherbini bedeutet daher auch, diese Fragen wachzuhalten und eine kritische Auseinandersetzung mit institutionellem und gesellschaftlichem Rassismus einzufordern.

Stele Marwa El-Sherbini Dresden

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