Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 28. November 2021 | LK Zwickau

Hohenstein-Ernstthal

Gedenktafel erneut zerstört

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die Gedenktafel für Patrick Thürmer in Hohenstein-Ernstthal erneut zerstört.

Die Gedenktafel, am Mahnmal an der Pfaffenbergauffahrt in Hohenstein-Ernstthal, erinnert an den 17-jährigen Punk Patrick Thürmer, welcher von drei Neonazis angegriffen und ermordet wurde. Er verstarb einen Tag später, am 02.10.1999, an seinen schweren Verletzungen. Patrick Thürmer ist ein Todesopfer rechter Gewalt.

Die Tafel wurde schon am 10. Oktober das erste Mal zerstört. Die Stadt Hohenstein-Ernstthal hatte die alte zerstörte Tafel mit Hilfe von Spenden durch eine neue ersetzt. Die neue Gedenktafel wurde erst vor weniger als zwei Wochen erneut angebracht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlugen Unbekannte erneut so dagegen, dass nur ein kleiner Teil der Tafel noch an der Stelle hang. Die Polizei hat wiederholt Ermittlungen aufgenommen und der Oberbürgermeister von Hohenstein-Ernstthal, Lars Kluge, hat angekündigt die Platte erneut zu ersetzen.

Quelle: Social Media, Presse

Vorfall vom 26. November 2021 | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Freital - Deuben

Verbotene Parolen am Rewe-Parkplatz

Auf dem Parkplatz des REWE-Supermarkt an der Dresdner Straße beleidigte und bespuckte ein alkoholisierter Mann (40) Passanten.

Zudem entblößte er sich und Zeugen riefen die Polizei. In Gegenwart der Beamten skandierte er verbotene Parolen.

Wegen Beleidigung, Körperverletzung, exhibitionistischer Handlungen und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt gegen ihn die Polizei.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 25. November 2021 | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Heidenau

Hakenkreuze an Tunnel gesprüht

An einem Tunnel an der Fritz-Weber-Straße wurden vier Hakenkreuze von Unbekannten gesprüht. Wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt die Polizei.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 25. November 2021 | Erzgebirgskreis

Stollberg

Waffen und Nazi-Devotionalien gefunden

Am 25. November kam es in Stollberg, auf Grund des Verdachtes des Besitzes von scharfen Waffen und Kennzeichen verfassungswidriger Symbole zu einer Hausdurchsuchung.

In der Wohnung des 61-jährigen Mannes fanden die Beamt*innen ein umfangreiches Waffenarsenal, u.a. ein Karabiner, ein geladener Trommelrevolver und vier weitere Handfeuerwaffen sowie eine Mörsergranate, zwei Panzerabwehrgranaten und Munition. Außerdem fanden die Polizist*innen in der Wohnung mehrere verfassungsfeindliche Symbole. Darunter ein im Holzboden eingearbeites Hakenkreuz von ein mal ein Meter, SS-Runen an der Wand und einen Schwibbogen mit einem Hakenkreuz.

Gegen den Mann wird nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Symbole eingeleitet.

Quelle: Presse, Polizei

Vorfall vom 22. November 2021 | Stadt Leipzig

Leipzig - Zentrum-Ost

Litfaßsäule besprüht

Unbekannte färbten eine Litfaßsäule auf der Kurt-Schumacher-Straße grün ein und hinterließen mehrere verfassungswidrige Symbole darauf. Diese wurden inzwischen unkenntlich gemacht.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 22. November 2021 | Nordsachsen

Eilenburg

Von-Bülow-Straße verunreinigt

Sowohl die Fahrbahn der Von-Bülow-Straße, als auch das Tor einer anliegenden Garage wurden mit großen Hakenkreuzen beschmiert.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 22. November 2021 | Erzgebirgskreis

Schneeberg

Verbotene Demonstrationen mit rechten Parolen

Auch am Montag dem 22. November fanden zahlreiche sogenannte "Spaziergänge" statt. Die meisten von diesen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen waren verboten wurden, da die sächische Corona-Verordnung nur Kundgebungen mit bis zu 10 Personen erlaubt. Dennoch beteiligten sich mehrere hundert Personen an diesen, beispielsweise in Dresden, Bautzen, Chemnitz, Zwönitz, Freiberg oder Schneeberg.

In Schneeberg versammelten sich ungefähr 100 Personen auf dem Marktplatz. Als die Polizei die Teilnehmenden kontrollierte, wurden diese beleidigt. Die Polizei hat in der Folge Ermittlungen wegen Beleidigung in Verbindung mit dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, aufgenommen.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 21. November 2021 | Stadt Leipzig

Leipzig - Probstheida

Immer wieder Probstheida: Homophobe Provokation läuft ins Leere

Nach mehreren Jahren fand wieder ein Derby zwischen der BSG Chemie Leipzig und Lok Leipzig im Probsthaidaer Stadion statt. Immer wieder kommt es im Zuge dessen zu rassistischen, antisemitischen und homophoben Ausfällen durch die Lok-Anhängerschaft. Viele Personen aus dem Umfeld des Vereins sind außerdem an rassistischen und antilinken Angriffen beteiligt gewesen.

Im Vorfeld veröffentlichten Anhänger aus der Fankurve 1966 erneut Fotomontagen, die Anne Frank im Chemie-Trikot zeigen. Anne Frank wurde 1945 im KZ durch die Nationalsozialisten ermordet. Außerdem wurden rassistische Sticker mit Bezug zu Chemie-Fans veröffentlicht.

Im Stadion selbst zeigten einige Personen aus dem Umfeld von Loks rechtem Hooligananhang eine Pridefahne mit der Aufschrift "BSG Chemie". Diese Fahne sollte die gegnerischen Fans homophob abwerten. Doch die BSG Chemie Leipzig postete auf Twitter selbst den Schriftzug mit einer Pridefahne und auch die Fans im Stadion gingen nicht auf die schlechte geplante Provokation ein.

Quelle: Presse, Social Media

Vorfall vom 20. November 2021 | Mittelsachsen

Lunzenau

Antisemitische Schmierereien

Unbekannte Personen haben in der Nacht vom 20. auf den 21. November v.a. die Tür und das Klingelschild eines Wohnhauses mit antidemitischer Symbolik beschmiert. Diese Schmierereien zogen sich 3,3 Meter über die Hauswand. Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 19. November 2021 | Erzgebirgskreis

Zwönitz

Morddrohungen und rechte Parolen

Am 19. November 2021 fand in Zwönitz erneut eine unangemeldete Demonstration statt. Schon in den vergangenen Wochen liefen hunderte Menschen bei sogenannte „Spaziergänge“ organisiert durch die „Gemeideversammlung Zwönitz“ und den „Freien Sachsen“ mit. Dabei wurden wiederholt rechte Parolen gerufen. Die letzten beiden Wochen wurde der Demonstrationszug von Aktivist*innen der Identitäten Bewegung Chemnitz angeführt. Trotz eines hohen Polizeiaufgebotes wurden die Demonstrationen nicht gestoppt.

Diese Woche kam es während des Aufmarsches zu Morddrohungen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Die Polizei berichtet, dass diese durch Social-Media Beiträge davon erfahren haben und Ermittlungen eingeleitet hätten. Schon im Vorhinein gab es v.a. auf den Social-Media Kanälen der Freien Sachsen vermehrt Hetze und Morddrohungen gegen den Ministerpräsidenten.

Quelle: Presse, Social Media

Vorfall vom 17. November 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt

Hakenkreuz an Hauswand

An einer Hauswand der Reitbahnstraße haben Unbekannte ein Hakenkreuz gesprüht.

Dazu wurden mit schwarzer und roter Farbe mehrere Buchstaben und Zahlenfolgen geschrieben.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 15. November 2021 | Stadt Leipzig

Leipzig - Grünau-Nord

Seniorenheim beschmiert

An einen Seniorenheim in Grünau brachten Unbekannte mehrere Schriftzüge mit rechten Inhalten und Hakenkreuze an. Das größte Graffiti war etwa 2,5m lang.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 15. November 2021 | LK Zwickau

Zwickau

"Sieg-Heil" Rufe auf Demonstration

Während eines illegalen Aufzugs in der Zwickauer Innenstadt, an dem rund 120 Personen teilnahmen, zeigten mehrere Personen den Hitlergruß und riefen rechte, verfassungswidrige Parolen wie "Sieg Heil". Die Polizei stellte mehrere Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz sowie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Später wurden fünf Personen in den Zwickau Arcaden kontrolliert. Auch gegen sie wurde mindestens eine Strafanzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gefertigt.

Quelle: Presse, Social Media

Vorfall vom 14. November 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Äußere Neustadt

Hakenkreuz auf Auto

Auf die Motorhaube eines Land Rover haben Unbekannte ein Hakenkreuz geschmiert. Das Auto stand auf einem Parkplatz am Bischofsweg. Der Staatsschutz ermittelt.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 14. November 2021 | LK Zwickau

Zwickau

Hakenkreuze und SS-Runen gesprüht

Unbekannte haben in einem Tunnel in Zwickau Hakenkreuze und SS-Runen in grüner Farbe gesprüht.

Quelle: Augenzeug*innen