Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 15. September 2020 | Stadt Leipzig

Leipzig - Plagwitz

Steinwürfe auf Bar

Vermutlich wegen eines Schildes, dass Solidarität mit Geflüchteten ausdrückt, wurden die Scheiben der Plagwitzer Bar Doktor Bersi von bislang unbekannten Täter*innen mit Steinen zerstört. Der Inhaber betonte jedoch, sich von solchen Taten nicht abschrecken zu lassen.

Quelle: Social Media, Presse

Vorfall vom 14. September 2020 | LK Bautzen

Bautzen

Mehrere Verletzte nach Auseinandersetzung

Im Nachgang einer antifaschistischen Kundgebung, die von etwa 40 Personen aus dem rechten Spektrum gestört worden war (https://www.raa-sachsen.de/support/chronik/vorfaelle/bautzen-4893), kam es am Kornmarkt zu einer Auseinandersetzung, bei der mehrere Personen verletzt wurden.

Im Verlauf der Konfrontation schlugen u.a. mindestens vier Personen auf einen 27-jährigen Iraker ein und verletzten diesen schwer. Auch eine Polizistin wurde bei dem Versuch, die Beteiligten zu trennen, verletzt.

Das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Bedrohung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte übernommen.

Quelle: Polizeibericht

Vorfall vom 14. September 2020 | LK Bautzen

Bautzen

Rechte Störversuche bei antifaschistischer Kundgebung

Wie die Polizei mitteilt, versuchte eine Gruppe von bis zu 40 Rechtsextremen eine Kundgebung unter dem Motto "Keep together - Zusammen gegen rechts" auf dem Kornmarkt zu stören, an der etwa 120 Personen teilgenommen hatten.

Dabei kam es u.a. zu verbalen Auseinandersetzungen in deren Verlauf eine 52-Jährige einen 28-Jährigen beleidigt haben soll. Eine 21-Jährige spielte überdies Musik einer Rechtsrockband ab und verbrannte einen Flyer der Versammlung. Das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, Beleidigung und Verstoßes gegen die Stadtverordnung der Stadt Bautzen übernommen.

Um eine direkte Konfrontation zu verhindern, sicherten Einsatzkräfte die Versammlung. Teilnehmer*innen der Veranstaltungen mussten den Platz teilweise unter Polizeibegleitung verlassen.

Quelle: Polizeibericht (PD Görlitz)

Vorfall vom 14. September 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Körperverletzung, Antisemitisches Banner und Drohungen gegen Journalist*innen im Zuge von Pegida-Demonstration

Etwa 1000 Teilnehmer*innen beteiligten sich am Montagabend an einer Versammlung des Pegida Fördervereins e.V. in der Dresdner Innenstadt. Auf der Veranstaltung traten u.a. Andreas Kalbitz als Redner*innen auf.

Im Zuge der Versammlung wurde von Teilnehmer*innen u.a. ein antisemitisches Banner mit der Aufschrift "Die Rothschild-Seuche lässt sich nicht wegimpfen" gezeigt. Auch die rechtsextreme Vereiningung "1 Prozent" war mit einem Infostand vertreten.

Wie mehrere Journalist*innen, u.a. des MDR, berichteten, wurden sie von Teilnehmer*innen des Aufzugs bei ihrer Arbeit behindert, beleidigt und bedroht.

Unmittelbar nach der Demonstration kam es am Pirnaischen Platz zu einer Körperverletzung. Nachdem ein Mann im Zuge einer Diskussion mit Jugendlichen rechte Parolen äußerte und diese beleidigte und bedrohte, versuchte ein Zeuge des Geschehens die Situation zu schlichten. Dabei wurde auch er von dem Mann angefeindet und schließlich mit einer Tasche ins Gesicht geschlagen. Polizeikräfte, die die Situation beobachtet hatten, schritten ein und fertigten eine Anzeige wg. Körperverletzung.

Quellen: Presseberichte, Zeug*innenberichte

Vorfall vom 13. September 2020 | LK Zwickau

Zwickau, Wilkau-Haßlau

Hakenkreuze in mehrere Autos gekratzt

In Zwickau und Wilkau-Haßlau haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag etwa bei 50 Autos den Lack zerkratzt und damit mehrere Zehntausend Euro Schaden verursacht. Unter Anderem wurde in mindestens vier Fällen auch Hakenkreuze in die Autos gekratzt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Quelle: Presse, Polizei

Vorfall vom 13. September 2020 | Erzgebirgskreis

Thum

Rechter Angriff im Jugendclub

In der Nacht von Freitag, dem 13. September, zu Samstag, dem 14. September 2020, griffen zwischen 15 und 20 Rechte Menschen in einem Jugendclub im Ortsteil Jahnsbach an. Die Personen sind laut Augenzeug*innen erst in den Club gegangen um etwas zu trinken. Nachdem sie zahlten eskalierte die Situation jedoch. Die Angreifer zeigten den Hitlergruß und riefen rechte und antisemitische Parolen. Als Jugendclubbesucher versuchten die Situation zu deeskalieren fingen die Rechten an auf die anderen Personen, welche nur zu acht waren, einzuschlagen. Drei Jugendclubbesuchern wurden verletzt, dazu eine Person von den Angreifern. Den Jugendclubbesuchern gelang es die Tür zu schließen worauf hin die Angreifer noch versuchten die Tür einzutreten. Als sie dies nicht schafften beschädigten sie vor der Tür stehende Fahrräder sowie ein Moped. Die Polizei konnte im Zuge der Tatortbereichsfahndung mehrere Personen stellen. Gegen diese wird nun wegen des Verdachts der Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Quelle: Social Media, Presse, Polizei

Vorfall vom 13. September 2020 | LK Bautzen

Cunewalde

Rechte Jugendliche randalieren

Laut Polizeimeldung hat eine größere Gruppe Jugendlicher in der Nacht zum Sonntag in Cunewalde randaliert. Zunächst beschädigten die teilweise erheblich alkoholisierten Personen im Alter von 16 - 21 Jahren einen Zaun eines Privatgrundstücks. Hier entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 500 Euro. Anschließend verteilte sich die Gruppe in der Ortschaft. Die Beteiligten riefen dabei unter anderem „Sieg Heil“ und rechte Parolen. Die Polizei stellte die Identitäten von 21 Personen fest. Diese müssen sich nun wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.

Quelle: Polizeibericht

Vorfall vom 13. September 2020 | LK Zwickau

Zwickau

Zum dritten Mal zerschlagene Scheibe

In der Nacht vom 13. September 2020 zum 14. September 2020 wurde erneut eine Scheibe der 'DIY Druckbar' in Zwickau mit einem Stein eingeschlagen. Der Laden war auf Grund seiner öffentlichen politischen Positionierung schon mehrmals Ziel von Anfeindungen und Angriffen.

Quelle: Betroffener

Vorfall vom 13. September 2020 | Stadt Chemnitz

Chemnitz-Zentrum

Hitlergruß während antifaschistischer Veranstaltung

Während einer Veranstaltung von 'Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz' am Sonntag im Chemnitzer Stadthallenpark zur Oberbürgermeister*innen-Wahl zeigte ein Mann den Hitlergruß. Er konnte später von Polizist*innen aufgefunden werden. Gegen ihn wird nun wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Bei dem 'Antirassistischen Wahlforum' von 'Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz' in Kooperation mit dem DGB Südwestsachsen und vielen weiteren Organisationen waren 50 Teilnehmende anwesend.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 12. September 2020 | LK Bautzen

Bautzen, OT Kleinwelka

Polizei löst rechte Musikveranstaltung auf

Wie die Polizei mitteilt, wurde eine Polizeistreife am 12.09.2020 auf eine rechtsorientierte Musikveranstaltung in der Ortslage Kleinwelka bei Bautzen aufmerksam. An einem Sportplatz wurde Musik mit Texten nationalsozialistischer Gesinnung und der Verherrlichung der Person Adolf Hitlers abgespielt. Die Polizei löste die nicht genehmigte Veranstaltung auf und stellte die Identitäten des Veranstalters sowie von 22 Teilnehmer*innen aus dem ganzen Bundesgebiet fest. Zudem wurde ein USB-Stick mit rechtsorientierten Musikstücken beschlagnahmt. Der Staatsschutz ermittelt nun u.a. wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Poliziebericht (PD Görlitz)

Vorfall vom 11. September 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Tolkewitz

17-jähriges Mädchen in Straßenbahn beleidigt und geschlagen

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, sprach gegen 14.45 Uhr ein bislang unbekannter Mann in einer Straßenbahn der Linie 4 ein afghanisches Mädchen an. Aus bislang ungeklärter Ursache trat er ihr gegen den Oberschenkel und beleidigte sie. Im Anschluss verließ er die Bahn.

Das Mädchen war im Dresdner Stadtteil Tolkewitz in die Straßenbahn der Linie 4 in Fahrtrichtung Stadtzentrum gestiegen.

Quelle: Tag24

Vorfall vom 9. September 2020 | Stadt Chemnitz

Chemnitz-Hilbersdorf

Passant*innen vor Wahlkampfstand belästigt

Am Thomas-Mann-Platz belästigte am 9. September eine Frau Passant*innen an einem Wahlkampfstand der Partei Die Linke zur Oberbürgermeisterwahl. Außerdem soll die 22 jährige Frau gegenüber den Anwesenden des Standes mehrfach rechte Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt haben. Der Stadtordnungsdienst sprach gegen die Frau einen Platzverweis aus. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 8. September 2020 | Stadt Leipzig

Leipzig - Grünau

SS-Symbol an Haus geschmiert

In der Stuttgarter Allee wurde ein Haus mit zwei Sigrunen in schwarzer Farbe beschmiert. Im Nationalsozialismus war die Doppel-Sigrune Erkennungszeichen und Symbol der "Schutzstaffel".

Quelle: Social Media

Vorfall vom 1. September 2020 | Stadt Leipzig

Leipzig - Hartmannsdorf-Knautnaundorf

Neonazistische Schmierereien

Am Elsterflutbett wurden mehrere neonazistische Schmierereien angebracht. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 1. September 2020 | Stadt Chemnitz

Chemnitz-Hutholz

Rechte Parole gerufen

Zeug*innen verständigten am Dienstagabend, dem 01. September 2020, die Polizei, da ein 60-jähriger Mann an einer Straßenbahnhaltestelle in Chemnitz-Hutholz mehrere persönliche Gegenstände angezündet hatte und währenddessen rechte Parolen rief. Die Polizei stellte den Mann vor Ort fest und brachte ihn in ein Fachkrankenhaus. Sie ermittelt in der Folge wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizei