Pressemeldung 31. März 2023

Gäste der European Cultural Foundation nach Clubbesuch beleidigt, angegriffen und schwer verletzt

Am 25. März 2023 wurden Gäste der European Cultural Foundation in Chemnitz beleidigt, angegriffen und teilweise schwer verletzt. Auf dem Rückweg einer Party wurden sie von mehreren Personen angesprochen, als "Zecken" beleidigt und eine Person durch Schläge verletzt. Als Opferberatung SUPPORT des RAA Sachsen e.V. kritisieren, dass die Tat von verschiedenen Stellen nicht öffentlich als rechtsmotiviert eingeordnet wird.

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Gäste der European Cultural Foundation nach Clubbesuch am 25.03.2023 in Chemnitz beleidigt, angegriffen und schwer verletzt

Bruch des Kehlkopfes, sowie Jochbeinbruch lautete die Diagnose für den 33-jährigen Betroffenen in der Notaufnahme des Krankenhauses. Die schweren Verletzungen sind Folge eines offenbar rechtsmotivierten Angriffes auf eine Internationale Gruppe der European Cultural Foundation aus Amsterdam, die am vergangenen Wochenende in Chemnitz gastierten.
Als sich die Gruppe nach einer Party auf dem Rückweg ins Hotel befand, wurde sie auf Höhe der Bahnhofstraße von mehreren Personen angesprochen, als "Zecken" beleidigt und schließlich wurde eine Person durch Schläge verletzt. Die Polizei wurde gerufen und konnte die vermeintlichen Täter, sieben Deutsche im Alter von 18 bis 30 Jahren, noch in der Nacht stellen.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Weder die Ermittlungsbehörden noch die Stadtspitze haben sich bislang zu der Einordnung dieses Vorfalls öffentlich geäußert. Das verwundert die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle "Support" des RAA Sachsen, die Betroffene rechter und rassistischer Gewalt berät.

"Die Beleidigungen legen nahe, dass es Täter aus der rechten Szene waren. Angesichts des Motivs und der schweren Verletzungen, die einer der Gäste erlitt, kann es nicht sein, dass sich Stadt und Polizei dazu ausschweigen,“ kritisiert André Löscher von der Beratungsstelle Support des RAA Sachsen e.V..

"Chemnitz muss sich gerade mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025 auch daran messen lassen, wie Behörden und Verwaltung auf solche  Angriffe reagieren. Eine klare Benennung des naheliegenden Tatmotives, als auch sichtbare Solidarität, sind für die Betroffenen entlastend und zugleich ein starkes Zeichen innerhalb und außerhalb der Stadtgrenze" so Löscher weiter.

Die Beratungsstelle Support veröffentlichte am 30.03.2023 die Statistik über rechtsmotivierte und rassistische Gewalt im FreistaatSachsen. Demnach wurden im Jahr 2022 205 Fälle rechtsmotivierter Gewalt im gesamten Freistaat erfasst, 14 davon in der Stadt Chemnitz.


"Gute Strategien gegen Rechts lassen sich durch ein klares Benennen und Analysieren des Problems entwickeln. Chemnitz hat nicht nur eine Verantwortung gegenüber den vielen internationalen Gruppen, welche die Stadt in den kommenden drei Jahren im Rahmen der Kulturhauptstadt 2025 vermehrt besuchen werden. Strahlkraft hat insbesondere wie die Stadt im Hier und Jetzt mit rechter Gewalt und vor allem den täglich von Rassismus betroffenen Chemnitzer*innen umgeht" so Robert Kusche, Geschäftsführer des RAA Sachsen e.V., abschließend.

Kontakt:

mail: opferberatung.chemnitz@raa-sachsen.de
telefon: 0371/ 481 94 51
mobil: 0172/ 974 36 74

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