Neuer Standort Zwickau in Bürogemeinschaft mit Mobiler Beratung
Die Mobile Beratung des Kulturbüro Sachsen und die Opferberatung SUPPORT der RAA Sachsen eröffneten am 24. August eine Bürogemeinschaft in Zwickau. Damit wurde ein präsentes Angebot geschaffen, das sowohl präventiv demokratische Kräfte stärkt als auch Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützt.
Bild: Constance Arndt (Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau), Ulrike Stansch (Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Geschäftsführende Michael Nattke (Kulturbüro Sachsen) und Andrea Hübler (RAA Sachsen), Foto: Kulturbüro Sachsen e.V.
Die neue Bürogemeinschaft intensiviert die Arbeit in den Landkreisen Zwickau und Vogtland und trägt dazu bei, dass Betroffene rechter Gewalt nicht allein stehen und demokratisches Engagement in der gesamten Region sichtbar bleibt, sich gegenseitig unterstützt und langfristig wirksam ist.
Die extreme Rechte hat im Landkreis Zwickau und im Vogtlandkreis über viele Jahre lokale Strukturen entwickelt und verfestigt. Neben ihren Wahlerfolgen ist sie durch organisierte Netzwerke sowie öffentliche Aktionen präsent und versucht, demokratisch Engagierte einzuschüchtern. Insbesondere die Zwickauer Region war in den letzten Jahren auch immer wieder ein Schwerpunkt rechter Gewalt in Sachsen. Die gezählten Angriffe liegen für 2026 schon jetzt höher als im Vorjahr.
Gleichzeitig verfügen beide Landkreise über eine erfahrene demokratische Zivilgesellschaft. In den Städten haben sich über viele Jahre Bündnisse entwickelt und auch in kleineren Gemeinden setzen sich Menschen unter oft schwierigen Bedingungen für Vielfalt, Menschenrechte und demokratischen Zusammenhalt ein. Das neue Bartungsteam Zwickau verzeichnet seit Jahresanfang bereits mehr Gespräche mit Betroffenen und intensivere Vernetzung mit wichtigen Akteuren vor Ort.
Zur feierlichen Eröffnung waren zahlreiche Aktive und Engagierte gekommen, um den Beratenden „Zuspruch und Rückenwind“ zu bringen, wie es die Leiterin des Demokratiezentrums Ulrike Stansch benannte, die neben der Landesbeauftragten für Antidiskriminierung, Dr. Andrea Blumtritt, Leiterin der Abteilung für Demokratie, Gleichstellung und Gewaltschutz, das Sozialministerium vertrat. So hatten sich Beratungskolleg*innen von AntiRaktiv, der Opferhilfe Sachsen und der Aidshilfe, aber auch Mitarbeitende vom Alten Gasometer und vom NSU-Dokumentationszentrum „Offener Prozess“ und viele weitere auf den Weg gemacht.
Oberbürgermeisterin Arndt war begleitet von Isabell Reise aus der Stabsstelle kommunale Prävention, die im Gespräch betonte, dass ihnen als Stadtverwaltung „die multiperspektivische Betrachtung von Problemen“ ein zentrales Anliegen und die Zusammenarbeit mit Kulturbüro und RAA sehr wichtig sei. Gekommen war auch die Gleichstellungs- und Migrationsbeauftragte des Landkreises Zwickau Birgit Riedel. Aus der Polizeidirektion Zwickau kamen die leitende Polizeidirektorin Marika Schwanitz und die Opferschutzbeauftragte Yvonne Friedrichs. Schwanitz betonte im Gespräch:
„Dass man manchmal unterschiedlicher Meinung ist, liegt in der Natur der Sache. Aber für uns sind der Austausch und ein offener Umgang wichtig.“