Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 3. Mai 2019 | LK Görlitz

Zittau

Muslimischer Gebetsraum symbolisch zugemauert

Am Freitagvormittag stellten Sympathisant*innen der Gruppe "Zukunft für Zittau" eine symbolische Mauer vor einem muslimischen Gebetsraum des Vereins "Al Amal" auf. Der Verein reagierte darauf mit einer Strafanzeige sowie einer Pressekonferenz. Auf dieser trat der Verein dafür ein, dass es Brücken statt Mauern brauche.

Quelle: Presse

Vorfall vom 3. Mai 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Südvorstadt-Ost

Rechte Fan-Banner und Hitlergrüße bei Fußballspiel

Beim Fußballspiel zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC St. Pauli entrollten Fußballfans der Heimmannschaft ein Anti-Antifa-Banner mit der Aufschrift "Antifa = Linksfaschisten - Ihr habt Blut an euren Händen". Aufgrund der Art der Aktion sowie dem Aussehen des Spruchbandes wurde in den Sozialen Medien darüber sepkuliert, ob das Transparent vom lokalen EinProzent-Ableger "Dresden 5K" stammen könnte.

Außer besagtem Spruchband wurden im Stadion diverse Banner gezeigt, die sich mit ihrem sexistischen Inhalt gegen die weiblichen Fans des FC St. Pauli richteten. Des Weiteren berichteten Gästefans von Hitlergüßen, die Anhänger von Dynamo Dresden in ihre Richtung zeigten.

Quelle: Presse

Vorfall vom 2. Mai 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Leipziger Vorstadt

Antimuslimisher Übergriff an Spätshop

Während zwei Personen einen Aufkleber mit der Aufschrift "Gib Islam keine Chance" vor einem Spätshop auf der Rudolf-Leonard-Straße abkratzten, kam ein Mann aus dem Laden heraus und fragte, ob die beiden für den Islam seien. Als eine der Personen dies mit Verweis auf ihren muslimischen Glauben bejahte, nahm der Mann die Reste des Stickers und klebte sie auf die Stirn der Person.

Quelle: Betroffenenbericht

Vorfall vom 1. Mai 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Neustadt / Friedrichstadt

Verdacht der Volksverhetzung bei 1. Mai-Demonstration der NPD

Während der Abschlusskundgebung der 1. Mai-Demonstration der NPD stellte die Polizei die Personalien von zwei Rednern fest, da diese die Parole "Migration tötet" verwendeten. Gegen beide Personen wurden Ermitllungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Bereits vor der Demonstration wurde eine Gefährderansprache mit der Demonstrationsleitung durchgeführt, bei der darauf hingewiesen wurde, dass die Parole aufgrund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts weder auf Plakaten, noch durch Sprechchöre oder Reden verbreitet werden dürfe.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erging aufgrund eines Antrags der NPD, mit dem die Partei die Ausstrahlung eines Wahlwerbespots mit besagter Parole im Vorfeld der Europawahl durchsetzen wollte. Das Gericht sah den Vorwurf der Einschränkung der Meinungsfreiheit als nicht gegeben an und bestätigte damit auch die Einschätzungen des Verwaltungsgerichts Mainz sowie des Oberverwaltungsgerichts Koblenz: Beide hatten entschieden, dass die Wahlwerbung den Tatbestand der Volskverhetzung erfüllt.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 1. Mai 2019 | LK Görlitz

Rothenburg / Oberlausitz

Wahlplakat mit Hakenkreuz beschmiert

An der Friedensstraße in Rothenburg haben Unbekannte im Zeitraum vom 23.04. bis 01.05.2019 ein Wahlplakat der CDU mit einem 11 mal 11cm großen Hakenkreuz beschmiert. Weiterhin wurden die Gesichter der abgebildeten Kandidaten verunstaltet und es wurde ein Schriftzug aufgetragen.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 28. April 2019 | Erzgebirgskreis

Annaberg-Buchholz

In Annaberg-Buchholz wurden mehrere Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gesprüht. An einen Schaukasten wurde ein etwa 45cm großes Hakenkreuz gesprüht und an ein Trafohaus und einen Telefonschaltkasten wurden jeweils 45cm große "SS-Runen" gesprüht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: PD Chemnitz

Vorfall vom 28. April 2019 | Stadt Leipzig

Leipzig - Grünau

Erneute Sachbeschädigung

Das Büro des Linken-Politikers Sören Pellmann im Leipziger Stadtteil Grünau wurde erneut beschmiert, unter anderem mit "Fickt euch" und "Fuck AFA", wobei AFA für Antifa steht. In den letzten Monaten wurden immer wieder Linke-Büros beschmiert oder mit Steinen beworfen, vor allem in Grünau und Gohlis. Pellmanns Wahlkreisautowurde ebenfalls durch einen Brandanschlag zerstört.

Quelle: Presse

Vorfall vom 27. April 2019 | Stadt Leipzig

Leipzig - Lindenau

Hitlergruß und Bedrohung

Auf dem Lindenauer Markt begrüßten sich zwei Männer mit dem Hitlergruß und beleidigten anschließend eine nichtweiße Person an der Straßenbahnhaltestelle. Dieser wehrte sich verbal, woraufhin einer der Angreifer auf ihn zu rennt, stark schubst und sagt, er solle sich "verpissen". Eine eingreifende Passantin wird auch bedrängt und u.a. als "Zecken-Fotze" beschimpft. Nachdem weitere PassantInnen dazukommen und drohen, die Polizei zu rufen, fährt der Mann mit dem Fahrrad weg.

Quelle: AugenzeugInnen

Vorfall vom 27. April 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Nickern

16-Jähriger in Einkaufszentrum beleidigt und angegriffen

Am Samstagnachmittag betrat ein 16-jähriger Jugendlicher zeitgleich mit einem 33-jährigen Mann den Kaufpark Nickern. Kurz darauf begann der ältere den Jugendlichen unter anderem als "Kanacke" zu beschimpfen und ihm dabei mehrere Meter durch den Einkaufspark zu folgen. Von dem 16-Jährigen auf sein Verhalten angesprochen, attackierte der Mann den Jugendlichen außerdem mit einem Kopfstoß. Da die Polizei bereits wegen eines anderen Vorfalls in dem Einkaufszentrum anwesend war, konnte sie schnell in die Situtation eingreifen.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 27. April 2019 | Stadt Leipzig

Leipzig-Zentrum

Angriff auf Linken-Stadträtin

Die Leipziger Linken-Stadträtin Franziska Riekewald wurde im Zuge eines Wahlkampftermins in der Leipziger Innenstadt von einer etwa 50 Jahre alten Frau zunächst beschimpft und danach auf den Rücken geschlagen. "Da bleibt ein blauer Fleck zurück", so Riekewald. Die eingeschaltete Polizei konnte die flüchtende Angreiferin nicht mehr auffinden.

Quelle: Presse

Vorfall vom 27. April 2019 | Stadt Leipzig

Leipzig - Zentrum-West

Körperverletzung in der Innenstadt

Laut einer kleinen Anfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz zu rechten Straftaten in Sachsen wurde am 27. April 2019 im Leipziger Zentrum ein Deutscher geschlagen. Die Polizei sieht ein rechtes Tatmotiv und ermittelt wegen Körperverletzung.

Quelle: Parlamentsabfrage

Vorfall vom 26. April 2019 | LK Meißen

Radebeul

Hakenkreuz und Reichskriegsflagge an Unterführung gesprüht

Am 26.04.2019 sprühten Unbekannte ein ca. 30x30cm großes, schwarzes Hakenkreuz an einen Brückenpfeiler. In unmittelbarer Nähe wurde eine 120x70cm große Reichskriegsflagge gesprüht. Bei der Absuche des Tatortes wurde außerdem in einer Fußgängerunterführung eine gesprühte Reichskriegsflagge und ein dem Keltenkreuz ähnelndes Symbol festgestellt.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 26. April 2019 | Stadt Dresden

Dresden-Lausa

Hitlergruß in Straßenbahn

Am Morgen des 26.04.2019 wurde ein Mann von der Polizei gestellt, der zuvor ausländerfeindliche Sprüche von sich gegeben hat und einen Hitlergruß zeigte. Dies ereignete sich in der Straßenbahnlinie 8 kurz hinter der Haltestelle Moritzburger Weg in Richtung Hellerau.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 25. April 2019 | Stadt Dresden

Dresden-Löbtau

Hitlergruß vor Küfa

Ein vorbeifahrender Radfahrer brüllte und zeigte den Hitlergruß in Richtung 6 Besucher*innen der Küfa (Küche für alle) neben dem Nachbarschaftsverein "Platzda".

Quelle: Zeug*innenbericht

Vorfall vom 25. April 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

22-Jähriger geschlagen und mit Messer bedroht

Am Donnerstagnachmittag fuhr ein 22-jähriger Mann afghanischer Herkunft in einer Straßenbahn der Linie 7 in Richtung Gorbitz. Als der 22-Jährige an der Haltestelle Schlehenstraße die Straßenbahn verließ, folgte ihm ein Unbekannter, der ihn zunächst schlug und anschließend mit einem Messer bedrohte. Alarmierte Polizist*innen konnten den Tatverdächtigen nicht mehr ausfindig machen.

Quelle: Polizei, Presse