Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 17. Juli 2017 | LK Görlitz

Görlitz

18-Jähriger zeigt Hitlergruß

Als Polizeibedienstete am Montagabend auf den Marienplatz gerufen wurden, um einem betrunkenen 19-Jährigen zu helfen, der immer wieder das Bewusstsein verlor, zeigte ein 18-jähriger Bekannter des Betrunkenen ihnen gegenüber den Hitlergruß.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 16. Juli 2017 | Stadt Leipzig

Liebertwolkwitz

Rechte Parolen gesprüht

Unbekannte sprühen in der Großpösnaer Straße in Liebertwolkwitz mehrere rechte Parolen an ein Trafohäuschen, einen Stromkasten und Verkehrszeichen. Neben den Parolen „FUCK ANTIFA“, „NAZI ZONE“, „88 NAZI ZONE“ wird auch ein Hakenkreuz angebracht. Das zuständige Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Pressemitteilung Polizei

Vorfall vom 14. Juli 2017 | Nordsachsen

Eilenburg

Hakenkreuze an Schule gesprüht

Unbekannte Täter besprühen an einem Schulgebäude in Eilenburg mehrere Türen, die Fassade, sowie ein auf dem Gelände stehenden Container mit gelber Farbe. Mit der Sprühfarbe wird auch ein Hakenkreuz angebracht, sowie ein weiteres kleines Hakenkreuz mittels eines Markers an einer Seitentür.

Quelle: Pressemitteilung Polizei

Vorfall vom 9. Juli 2017 | Stadt Dresden

Dresden Johannstadt

Rassistischer Übergriff an Haltestelle

In der Nacht zu Sonntag wurde ein 21-jähriger Mann libyscher Herkuft an der Haltestelle Sachsenplatz mit Schlägen attackiert. Der Angriff erfolgte aus einer Gruppe heraus, die den Betroffenen sowie einen weiteren Geflüchteten bereits zuvor beleidigte. Einer der Täter zeigte außerdem den Hitlergruß und skandierte "Sieg Heil". Als ein 20-jähriger Passant in die Situation eingriff, wurde er durch einen Flaschenwurf leicht verletzt. Zwei Haupttäter im Alter von 19 und 25 Jahren konnten trotz ihrer vorläufigen Flucht wenig später in einer Straßenbahn gestellt werden.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 8. Juli 2017 | LK Bautzen

Sohland an der Spree

Angriff bei Stauseefest

In der Nacht zu Samstag wurden zwei junge Asylsuchende von mehrere unbekannten Personen angegriffen. Die Täter setzten Schlagringe ein und raubten zudem die Brieftaschen der Betroffenen.

Quelle: Kooperationspartner, Polizei

Vorfall vom 7. Juli 2017 | Nordsachsen

Torgau

Verletzter durch Schüsse auf Torgauer Markt

Ein 21- Jähriger Syrer wird nach einer verbalen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen durch Schüsse schwer verletzt. Die Gruppe, aus der die Schüsse abgegeben wurden, bestand aus 5 Personen. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Schützen ermitteln, dieser befindet sich in Untersuchungshaft

Quelle: Presse

Vorfall vom 6. Juli 2017 | LK Bautzen

Kubschütz

Bushaltestelle mit Haknekreuzen beschmiert

Unbekannte beschmierten über Nacht eine Bushaltestelle in der Nähe des Ortsteils Kreckwitz mit mehreren Hakenkreuzen.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 3. Juli 2017 | Nordsachsen

Torgau

In einer Gaststätte in Torgau kommt es zu einer gefährlichen Körperverletzung von zwei Personen aus der Türkei. Beide werden leicht verletzt.

Quelle: Parlamentsanfrage Kerstin Köditz

Vorfall vom 29. Juni 2017 | LK Leipzig

Borna

Erneuter Anschlag auf Bon Courage Büro

In der Nacht vom 28. auf den 29.06. griffen Unbekannte das Büro des Vereins Bon Courage mit Steinen an. Der Angriff gilt insbesondere dem Engagement in der Beratung und Inklusion von Geflüchteten. Vor genau einem Jahr gab es bereits einen Anschlag mit Buttersäure. Erneut griffen bisher Unbekannte die Räumlichkeiten des gemeinnützigen Vereins Bon Courage e.V. in Borna bei Leipzig an. In der Nacht vom 28. auf den 29.06. warfen vermutlich mehrere Personen Steine an die beiden Schaufensterscheiben des Büros und versuchten diese zu zerstören. Glücklicherweise waren sie erfolglos und konnten keinen größeren Schaden anrichten. Die Scheiben waren stärker als die Steine der Angreifenden. Leider ist dies jedoch nicht der erste Anschlag auf das Büro des mit dem Integrationspreis ausgezeichneten Vereins. Vereinsmitglied Sandra Münch sagte dazu: „Es wäre naheliegend an dieser Stelle unsere Stellungnahme aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen. Erneut gibt es keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff unserer Beratung von Geflüchteten gilt.“ Vor fast genau einem Jahr war der Verein bereits Ziel eines Angriffs. Im Mai 2016 wurden ebenfalls Scheiben zerstört und Buttersäure in die Räumlichkeiten geworfen. Die verantwortlichen Personen sind bis heute nicht ermittelt wurden.

Quelle: Pressemitteilung Bon Courage e.V.

Vorfall vom 27. Juni 2017 | LK Leipzig

Grimma

Identitäre Aufkleber in Grimma massiv verklebt

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch werden in Grimma massiv Plakate und Auflkleber der völkisch-rassistischen "Identitären Bewegung" sowie des islamfeindlichen Blogs "Politically Incorrect" (PI-News) verklebt. In der gesamten Innenstadt und auf dem Weg zum Bahnhof sind viele Stromkästen, Laternenpfähle und Dachrinnen mit entsprechenden Aufklebern oder A5-Plakaten zugepflastert. Engagierte Bürger*innen entfernen diese Propaganda im Verlaufe des Mittwochs.

Kurz zuvor fand am Dienstagabend im Grimmaer Rathaus eine Veranstaltung der AfD statt. Der sächsische Generalsekretär Uwe Wurlitzer stellte dort das Wahlprogramm der Partei zur Bundestagswahl vor. Die Bundesvorsitzende Frauke Petry nahm ebenfalls kurz teil. Die Partei selbst schreibt von einem "Überraschungsbesuch von Parteichefin Frauke Petry mit dem kleinen Ferdinand". Nach Angaben der Partei nahmen an der Veranstaltung etwa 80 Besucher*innen teil. Augenzeug*innen berichten dagegen von lediglich rund 30 Teilnehmenden, die größtenteils nicht aus Grimma stammten, sondern extra angereist seien.

Über einen Zusammenhang zwischen der AfD-Veranstaltung und der nächtlichen Klebeaktion kann derzeit nur spekuliert werden.

Quelle: Chronik.LE

Vorfall vom 25. Juni 2017 | Stadt Dresden

Dresden Seevorstadt

Rassistischer Angriff in einer Bar

Am frühen Sonntagmorgen kam es in einer Bar am Richard-Strauß-Platz zu einem rassistischen Angriff. Ein Unbekannter schlug einem 41-jährigen Mann tunesicher Herkunft unvermittelt mit einem Bierkrug ins Gesicht. Zeitgleich beleidigte der Angreifer den 41-Jährigen fremdenfeindlich. Der Betroffene musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 24. Juni 2017 | LK Görlitz

Görlitz

Rechte Graffitis gesprüht

In der Nacht von Freitag auf Samstag sprühten Unbekannte an mehreren Orten um das Görlitzer Theater einen arabischen Schriftzug, der sinngemäß "Eure Heimat braucht euch, geht wieder zurück!" bedeutet.

Vermutlich richtete sich die Aktion gegen die Ausrichtung des Zuckerfests, dem Fastenbrechen am Ende des Ramadan, auf den Görlitzer Theaterwiesen. Dieses fand am darauffolgenden Sonntag statt.

Quelle: Augenzeug_inbericht

Vorfall vom 24. Juni 2017 | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Freital

Hakenkreuzfahne in Wohnung gehisst

Am Samstagabend bemerkten Polizeibeamte, dass in der Wohnung eines 37-Jährigen auf der Burgwartstraße eine Hakenkreuzfahne an der Zimmerwand befestigt und durch das geöffnete Fenster öffentlich zu sehen war. Die Fahne wurde sichergestellt und eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gefertigt.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 24. Juni 2017 | Stadt Leipzig

Leipzig Südvorstadt

Nötigung in der Südvorstadt

Eine Person aus Tunesien wird aus einem Auto heraus genötigt.

Quelle: Kleine Anfrage Sächsischer Landtag Kerstin Köditz

Vorfall vom 23. Juni 2017 | Vogtlandkreis

Plauen

Brandstiftung in Gartenprojekt für Geflüchtete

am Abend des 23. Juni 2017 wurde im Plauener Stadtgarten ein Wohnwagen angezündet. Der Stadtgarten wird als Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Unterstützer*innen genutzt. Der Wohnwagen diente als Lager für Gartengeräte. Der Täter konnte bereits ermittelt werden, die Tathintergründe sind allerdings unklar, ein fremdenfeindlicher Hintergrundkonnte nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Quelle: Freie Presse