Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 8. April 2021 | Stadt Dresden

Dresden-Klotzsche

Mauer mit fremdenfeindlicher Graffiti beschmiert

An der Boltenhagener Straße haben Unbekannte eine Mauer mit fremdenfeindlicher Graffiti (fünf rund 1,30 Meter langen Schriftzügen) beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 3. April 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt-West

Antimuslimische Beleidigungen gegen Women of Color

Am späten Samstagnachmittag beleidigte ein 38-jähriger Mann zwei 24-jährige Women of Color mit antimuslimischen Parolen. Die beiden Frauen, die sich gerade auf der Prager Straße befanden, filmten daraufhin den Täter und informierten die Polizei. Als diese vor Ort eintraf setzte der Mann seine Beleidigungen gegen umstehende Person of Color fort und skandierte außerdem verfassungswidrige Parolen. Die Polizei ermittelt gegen den Mann wegen Volksverhetzung und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 27. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Äußere Neustadt

Frau rassistisch beleidigt und mit Messer bedroht

An einer Straßenbahnhaltestelle vor dem Neustädter Bahnhof beleidigte ein 26-jähriger Mann eine Frau mit eindeutig rassistischen Parolen und bedrohte sie mit einem Taschenmesser. Wenig später konnte der Täter von der Polizei gestellt werden. Die Betroffene blieb zumindest körperlich unversehrt.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 25. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Rechte Symbole gesprüht

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hinterließen Unbekannte an mehreren Häusern in der Hubertusstraße Graffiti mit Hakenkreuzen und anderen verfassungswidrigen Zeichen. Die Polizei ermittelt wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung.

Quelle: Polizei (PD Dresden)

Vorfall vom 22. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Rechter Schriftzug an Container geschmiert

Unbekannte schmierten einen rechten Schriftzug an einen Papiercontainer auf der Gehestraße. Der Schriftzug wurde zeitnah von Anwohner*innen entfernt.

Quelle: Meldeformular

Vorfall vom 20. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Neustadt

Mann skandiert rechte Parolen und versucht Passant*innen zu attackieren

Am Samstagmorgen stand ein 37-jähriger Mann in einer Haltestelle auf dem Dresdner Albertplatz, zeigte fortwährend den Hitlergruß und skandierte verfassungswidrige Parolen. Außerdem bedrohte er vorbeilaufende Passant*innen und versuchte diese zu schlagen. Glücklicherweise misslangen die Versuche.

Als Polizeibeamt*innen vor Ort eintrafen, setzte der Mann sein Verhalten ungeniert fort. Gegen ihn wird nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen versuchter Körperverletzung ermittelt.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 19. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Gedenkplakate an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau beschmiert

Genau ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau beschmierte ein Mann mit Hund die zur Erinnerung an die Opfer angebrachten Plakate am alternativen Haus- und Wohnprojekt RM16. Bereits im Februar und November war es an sechs verschiedenen Tagen zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Auch in diesem Fall erneuerten die Bewohner*innen die Plakate sofort (Siehe u.a.: https://www.raa-sachsen.de/support/chronik/vorfaelle/dresden-pieschen-5225).

Quelle: Meldeformular

Vorfall vom 18. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden

Nationalsozialistische Bilder geteilt

Durch die Berichterstattung über ein Gerichtsverfahren gegen eine 46-jährige Dresdnerin wurde bekannt, dass diese in der Vergangenheit zahlreiche Hakenkreuze, Hitlerbilder und weitere nationalsozialistische Inahlte auf dem Portal "VKontakte" postete. Da sie ihren Einspruch gegen einen Strafbefehl aufrechterhielt, muss sie nun 1800 Euro zuzüglich der Gerichtskosten als Strafe zahlen.

Quelle: Presse

Vorfall vom 18. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Klotzsche

Rassistische Anfeindung bei Modellbahnausstellung

Wie aus einem am 18. Februar 2021 veröffentlichen Artikel von Tag24 hervorgeht, beleidigte ein 59-jähriger Mann am 28. Dezember 2019 eine Frau, die einen Hijab trug, mit rassistischen und antimuslmischen Parolen. Die Tat ereignete sich am Dresdner Flughafen, während die Frau mit ihrem Mann und ihrem damals vierjährigen Sohn eine Modellbahnausstellung besuchte. Als der Partner der Betroffenen in die Situation eingriff, packte ihn der 59-Jährige am Kragen und drohte ihm außerdem mit der erhobenen Faust. Die Situation endete erst, als sich weitere Besucher*innen der Ausstellung einmischten.

Quelle: Presse

Vorfall vom 13. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Gedenkplakate an Opfer rassistischer und rechter Gewalt beschmiert

Am 09., 11. und 13. Februar 2021 wurden an der Fassade des alternativen Haus- und Wohnprojektes RM16 erneut Plakate beschmiert, die an die Opfer des Anschlags von Hanau und des NSU erinnerten. Wie schon Anfang November 2020, als an dem Haus zum ersten Mal Gedenkplakate übermalt wurden, ersetzten die Bewohner*innen diese, sobald sie die Schmierereien entdeckten (Siehe: https://www.raa-sachsen.de/support/chronik/vorfaelle/dresden-pieschen-5040).

Quelle: Meldeformular

Vorfall vom 13. Februar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt-West

Angriff auf Gegendemonstrant*innen und Relativierung des Holocausts bei Neonazigedenken

Auf ihrem Weg zu einer Kundgebung gegen den alljährlichen Neonaziaufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg sollen zwei Menschen laut eines Tweets von Dresden Nazifrei von drei Neonazis angegriffen worden seien. Glücklicherweise, so der Tweet weiter, hätten die Angegriffenen dabei keine schweren Verletzungen erlitten.

Neben dem Angriff kam es im Kontext des Neonaziaufmarsches außerdem zu einer Relativierung des Holocausts. Eine anreisende Gruppe von Neonazis entrollte dazu ein Transparent mit der Aufschrift "Bombenholocaust" von einer Brücke des Dresdner Hauptbahnhofes. Daneben war auf dem Transparent die Behauptung zu lesen, dass bei der Bombardierung Dresdens 250.000 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Sowohl die auf nationalsozialistische Propaganda zurückgehende Erhöhung der Opferzahlen, als auch die Umdichtung des Luftkrieges zu einem Genozid sind gängige Topoi von Neonazis, um die historische Singularität der industriellen Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden umzudeuten und damit eine Rehabilitierung des Nationalsozialismus zu befördern.

Quelle: Zeug*innenberichte

Vorfall vom 25. Januar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Trachau

Rechte und verfassungsfeindliche Symbole gesprüht

Auf der Neuländer Straße sprühten Unbekannte mehrere Hakenkreuze und einen volksverhetzenden Schriftzug an einen Baum und eine Mauer. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung.

Quelle: Presse (PD Dresden), Polizei

Vorfall vom 22. Januar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Friedrichstadt

Rassistischer Angriff auf Postboten

Am Freitagnachmittag wurde ein 30-jähriger Postbote von einem 31-jährigen Mann aus rassistischen Motiven attackiert. Zunächst verfolgte der Täter den Postboten, nachdem dieser ein Paket abgegeben hatte. Es folgten rassistische Beleidigungen und ein Schlag mit der Faust. Die Ermittlungen in dem Fall führt das Dezernat Staatsschutz.

Quelle: Polizei (PD Dresden)

Vorfall vom 22. Januar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Cossebaude

Mann zeigt Hitlergruß und bespuckt 14-Jährige

Am frühen Freitagabend stieg ein unbekannter Mann an der Haltestelle "An den Winkelwiesen" in einen Bus der Linie 75 und zeigte dabei den Hitlergruß. Im Anschluss daran beleidigte er eine 14-jährige Mitfahrer*in und spuckte ihr auf die Schuhe. Bevor der Mann den Bus verließ, zeigte er erneut den verbotenen Gruß.

Quelle: Polizei (PD Dresden)

Vorfall vom 22. Januar 2021 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen/Äußere Neustadt

Rechte Parolen gerufen und Hitlergruß gezeigt

Zeug*innenhinweisen folgend griff die Polizei auf der Hubertusstraße einen 18-Jährigen und einen 20-Jährigen auf, die rechte Parolen riefen und den Hitlergruß zeigten, ein dritter Mann entkam.

Nur wenig später wurde auf der Neustädter Antonstraße außerdem ein 69-Jähriger festgestellt, der ebenfalls rechte Parolen rief und den Hitlergruß zeigte.

Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse