Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 30. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Luga

Holzbank mit verfassungswidrigen Symbolen versehen

Im Dresdner Stadtteil Luga sprühten Unbekannte mit orangener Farbe zwei verfassungswidrige Symbole auf eine Holzbank. Die Symbole, darunter ein Hakenkreuz, verursachten einen Schaden von ca. 100 Euro.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 29. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Weißig

Haltestelle mit rechten Symbolen beschmiert

Auf der Bautzner Landstraße beschmierten Unbekannte ein Haltestellenhäuschen mit mehreren verfassungswidrigen Symbolen. Unter anderem hinterließen sie zwei Hakenkreuze in der Größe von einem mal einem Meter. Der Sachschaden beträgt ca. 500 Euro.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 20. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Leubnitz-Neuostra

33-Jähriger zeigt Hitlergruß im Supermarkt

Im Vorraum eines Supermarktes auf der Fritz-Busch-Straße zeigte ein 33-jähriger Mann den Hitlergruß und skandierte dazu rechte Parolen. Zeug*innen informierten daraufhin die Polizei, die die Personalien des Mannes aufnahm. Im Zuge der Anzeigenaufnahme stellte sich außerdem heraus, dass der alkoholisierte Mann zuvor in das Treppenhauses des Gebäudes uriniert hatte.

Quelle: POlizei (PD Dresden), Presse

Vorfall vom 20. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Hitlergruß nach Angriff auf 16-Jährigen

Am Freitagabend attackierte eine 36-jährige Frau einen 16-jährigen Jugendlichen auf dem Parkplatz eines Supermarktes auf der Großenhainser Straße. Als wenig später Polizist*innen vor Ort eintrafen, um eine Anzeige gegen die Frau aufzunehmen, reagierte sie zusammen mit einem 15-jährigen Jugendlichen durch das Zeigen des Hitlergrußes. Doch damit nicht genug: Gemeinsam mit einem 36-jährigen Mann und einem weiteren 16-jährigen Jugendlichen ging das Duo in der Folge auf die Polizeibeamt*innen los. Diese wehrten sich gegen die Schläge und Beleidigungen und nahmen die Angreifer*innen schließlich fest. In Summe wird gegen die vier Personen (36/36/16/15) wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung sowie Nötigung ermittelt.

Vorfall vom 15. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Erneut Gedenkplakate beschmiert

Am 11. und 15. November wurden an der Fassade des alternativen Haus- und Wohnprojektes RM16 erneut Plakate beschmiert, die an die Opfer des Anschlags von Hanau erinnerten. Wie schon Anfang November, als an dem Haus zum ersten Mal Gedenkplakate übermalt wurden, ersetzten die Bewohner*innen diese, sobald sie die Schmierereien entdeckten (Siehe: https://www.raa-sachsen.de/support/chronik/vorfaelle/dresden-pieschen-5040).

Quelle: Meldeformular

Vorfall vom 9. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Hitlergruß nach Teilnahme an PEGIDA-Kundgebung und Störung von Pressearbeit

Nachdem eine Person an der Kundgebung des PEGIDA-Förderverein e.V. teilgenommen hatte, beobachteten mehrere Zeug*innen, wie sie den Hitlergruß zeigte.

Auch während der Kundgebung von PEGIDA kam es zu einem Zwischenfall: So berichteten die Reporter*innen von Straßengezwitscher, dass ein Kamerateam von RTL kontinuierlich bedrängt und bei seiner Arbeit gestört worden sei. Letztendlich soll sich das Kamerateam aus der Kundgebung zurückgezogen haben.

Quelle: Polizei (PD Dresden); Zeug*innenbericht

Vorfall vom 7. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Kaditz

Unbekannte hinterlassen Hakenkreuze nach Randale in Tiefgarage

Unbekannte randalierten in der Nacht von Freitag auf Samstag in einer Tiefgarage auf der Peschelstraße. Nachdem diese Flaschen zerworfen, die Wände beschmiert und einen Feuerwehrschlauch aus seiner Halterung gezogen hatten, nahmen sie schließlich einen Feuerlöscher, entleerten seinen Inhalt in die Garage und malten anschließend Hakenkreuze in den Schaum. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung sowie Beeinträchtigung von Nothilfemitteln.

Quelle: Polizei (PD Dresden)

Vorfall vom 5. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden

Rechte Graffiti auf Elberadweg

Am Dresdner Elbufer sprühten Unbekannte mit einer Schablone mindestens 20-mal das Wort "Einzelfall" in Frakturschrift auf den Elberadweg. Unter dem Hashtag Einzelfall sammeln rechte Online-Aktivist*innen Straftaten, die vermeintlich von Black- Indegenous- oder People of Color begangen wurden, um damit ihr rassistisches Weltbild zu bestätigen.

Quelle: Zeug*innenbericht

Vorfall vom 5. November 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Gedenkplakate beschmiert

Am alternativen Haus- und Wohnprojekt RM 16 übermalten Unbekannte Plakate, mit denen an die Opfer des Anschlags von Hanau erinnert wurde. Noch am selben Tag sind die Plakate von den Bewohner*innen ersetzt worden.

Quelle: Meldeformular

Vorfall vom 30. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Kaditz

17-Jähriger zeigt Hitlergruß

Am Freitagnachmittag zeigte ein 17-Jähriger den Hitergruß im Einkauszentrum "Elbepark". Durch Zeug*innen alarmierte Polizist*innen konnten noch vor Ort die Identität des Jugendlichen feststellen. Die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hat der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion übernommen.

Quelle: Presse

Vorfall vom 29. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Anfeindungen gegen Ausländer- und Integrationsbeirat Dresden

Nachdem Mitglieder des Ausländer- und Integrationsbeirats Dresden am 29. Oktober Kränze und Blumen in der Dresdner Schloßstraße niederlegten, um an den tödlichen Angriff auf ein homosexuelles Paar am 4. Oktober zu erinnern, wurde durch die anschließende Berichterstattung bekannt, dass der Vorsitzende des Gremiums zuvor heftige Anfeindungen aus dem rechten Spektrum erhielt.

Auslöser der Welle an Beleidigungen war vermutlich die Thematisierung der Kranzniederlegung auf einer Kundgebung des PEGIDA-Fördervereins e.V. am 27. Oktober. Bereits auf dieser hatte ein Teilnehmer die Möglichkeit zur Wortmeldung genutzt, um mit wüsten rassistischen Beleidigungen über den Beirat herzuziehen.

Quelle: Presse

Vorfall vom 26. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt West

Flaschenwürfe auf PEGIDA-Gegner*innen

Im zeitlichen und räumlichen Umfeld einer Kundgebung des PEGIDA Fördervereins e.V. ereignete sich ein Angriff auf PEGIDA-Gegner*innen. Diese befanden sich gerade in der Nähe des Hygienemuseums, als sie aus einer Gruppe heraus mit Flaschen beworfen wurden. Aufmerksame Polizeibeamt*innen schritten schnell in die Situation ein und konnten den Angriff unterbinden. Angaben über die Anzahl der Betroffenen und etwaige Verletzungen liegen nicht vor.

Quelle: Betroffenenbericht

Vorfall vom 25. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Antisemitische Symbole und Hitlergruß trotz ausgefallenem PEGIDA-Geburtstag

Obwohl der PEGIDA-Förderverein e.V. die Kundgebung zur Feier seines sechsjährigen Bestehens abgesagt hatte, kam es bei den symbolischen Protesten gegen PEGIDA zu zwei rechten Zwischenfällen. So wurde eine Kundgebung von "Herz statt Hetze" von mehreren Personen gestört, die auf ihrer Kleidung einen Davidstern mit der Aufschrift "Attest" trugen. Darauf angesprochen, dass den Holocaust relativierende Aufdrucke unerwünscht seien und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bestehe, reagierten die Störer*innen durch das Bedrängen und Beleidigen der Ordner*innen der Kundgebung. Zu einem weiteren Zwischenfall kam es am Nachmittag auf der Cocker-Wiese. Hier zeigte ein Mann den Hitlergruß in Richtung der Teilnehmer*innen einer Kundegbung des Tolerave e.V..

Quelle: Zeug*innenberichte

Vorfall vom 22. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Schule und Hausprojekt mit rechten Symbolen beschmiert

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag beschmierten Unbekannte ein Schulgebäude auf der Robert-Matzke-Straße mit mehreren Hakenkreuzen und anderen rechten Symbolen. Darüber hinaus warfen die Täter*innen sechs Scheiben des Schulgebäudes ein. Der Sachschaden beträgt ca. 6.000 Euro.

In unmittelbarer Nähe zum Schulgebäude vergingen sich die Täter*innen außerdem an einem alternativen Wohnprojekt. Hier schmierten sie mit roter Farbe "Love Nazis" an die Fassade.

Quelle: Polizei (PD Dresden), Meldeformular

Vorfall vom 19. Oktober 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Neugruna

Kruzianer veröffentlichte diskriminierende Videos

Auf einer Pressekonferenz des Dresdner Kreuzchors wurde am 19. Oktober bekannt gegeben, dass ein 15-jähriges Mitglied des Kreuzchors über eineinhalb Jahre diskriminierende Videos auf seinem privaten Youtube-Account veröffentlichte. Mit den Videos, die der Schüler selbst zusammenschnitt, mobbte und diffamierte er Mitschüler*innen sowie Menschen mit Beeinträchtigung und BIPoC (Black, Indigenous und People of Color). In einem Video stellte der Schüler außerdem dar, wie der Kreuzchor zur ersten Strophe des Deutschlandliedes in das Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion einläuft, während Adlof Hitler auf der Tribüne steht und applaudiert.

Nach Angaben des Kreuzchors wurde der Schüler unmittelbar nach Bekanntwerden der Videos aus dem Chor und dem Alumnat ausgeschlossen. Von einem Schulverweis wurde indes abgesehen, da man den Jugdenlichen nicht doppelt bestrafen wolle. Die Videos, die mittlerweile von der Videoplattform entfernt wurden, werden vom Rechtsamt der Stadt Dresden geprüft.

Quelle: Presse