Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 2. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Altstadt

Frau rassistisch beleidigt

Eine Unbekannte hat am 2. Juni eine Frau aus Indien rassistisch beleidigt. Die 43-jährige Betroffene war in Begleitung eines 37-jährigen Mannes in einer Straßenbahn der Linie 9 in Richtung Prohlis unterwegs, als die Täterin an der Haltestelle „Hauptbahnhof Nord“ zustieg und sie unvermttelt anfeindete sowie dem Paar den Mittelfinger zeigte. Der Staatsschutz der Dresdner Polizei ermittelt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 03.06.2024

Vorfall vom 1. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Laubegast/Tolkewitz

Verfassungsfeindliche Parolen und Gefährdung des Straßenverkehrs

Ein 38-Jähriger hatte am 01. Juni vor einem Geschäft an der Österreicher Straße über einen Lautsprecher mutmaßlich verfassungsfeindliche Parolen verbreitet. Danach fuhr er mit einem Motorroller auf der Toeplerstraße. Als er daraufhin auf die Kipsdorfer Straße abbog, gefährdete er eine Frau sowie ein Mädchen, die über die Fahrbahn liefen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei beschädigte der Deutsche außerdem einen PKW, der am Straßenrand geparkt war.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 03.06.2024

Vorfall vom 30. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Radeberger Vorstadt

Randaliert und rechte Parolen skandiert

Zwei Männer warfen in der Radeberger Vorstandt zunächst Warnbaken, Baustellenabsperrungen und Verkehsschilder auf die Fischhausstraße, wodurch ein vorbeifahrender Laster an einem Reifen beschädigt wurde. Zudem entblößte sich einer der Beide und manipulierte an seinem Geschlechtsteil. Alarmierte Polizeikräfte konnten die 25- und 28-jährigen Täter in der Nähe stellen, wobei einer der Männer aus einem Einkaufsmarkt kam, in dem er zuvor Lebensmittel im Wert von etwa 45 Euro gestohlen hatte.

Da der 25-Jährige während der anschließenden polizeilichen Maßnahme eine rechte Parole rief, wird nun u.a. wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen Ladendiebstahls und exhibitionistischer Handlungen gegen ihn ermittelt. Beide erhielten zudem eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und kamen in Gewahrsam.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 31.05.2024

Vorfall vom 27. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Pirnaische Vorstadt

Verbotene Parolen gerufen

Am 27. Mai rief ein Mann von einem Balkon an der Pillnitzer Straße verbotene Parolen. Alarmierte Polizeikräfte fertigten in der Folge eine entsprechende Anzeige gegen den 47-jährigen Deutschen. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 28.05.2024

Vorfall vom 25. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

Verbotene Parolen in Lokal skandiert

In der Nacht vom 25. Mai kam es in einem Lokal am Amalie-Dietrich-Platz zu Lärmbelästigungen, weswegen die Polizei gerufen wurde. Eine Jugendliche schrie daraufhin im Beisein von Polizist*innen verbotene Parolen, weshalb sie in der Folge des Lokales verwiesen wurde und eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erhielt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 27.05.2024

Vorfall vom 20. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Altstadt

Ermittlungen bei Pegida-Demo

Im Rahmen der Pegida-Demonstration am 20. Mai wurde Ermittlungsverfahren gegen einen 41-Jährigen Teilnhmer wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.

Quelle: Polizeidirektion Dresden 20.05.2024

Vorfall vom 18. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt

Tätowierung von SS-Runen bei Dynamospiel

Im Rahmen eines Fußballspiels von Dynamo Dresden gegen den MSV Duisburg am 18. Mai fiel der Polizei ein Mann auf, der auf dem Weg zum Stadion eine Tätowierung trug, auf der SS-Runen abgeblidet waren. Die Polizei ermittelt nun gegen den 34-jährigen Deutschen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 18.05.2024

Vorfall vom 18. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Johannstadt

Hitlergruß gezeigt

Ein 38-jähriger Deutscher zeigte aus einer Gruppe von zwölf Personen, die sich auf dem Wohnmobilparkplatz an der Florian-Geyer-Straße in Dresden Johannstadt aufhielt, den Hitlergruß und skandierte die entsprechende Parole. Ein Zeuge informierte daraufhin die Polizei und identifizierte den Täter, gegen den nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt wird.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 20.05.2024

Vorfall vom 14. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Leipziger Vorstadt

Gruppe Jugendlicher rassistisch beleidigt

Eine Gruppe von Jugendlichen wurde am 14. Mai auf der Hechtstraße von einem Mann rassistisch beleidigt und bedroht. Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 15.05.2024

Vorfall vom 9. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden

Naziausflug in altem Militärfahrzeug

Am Himmelfahrtstag kam es in Dresden gleich zu mehreren Verstößen aufgrund des Verwendens Kennzeichen verfassungswidirger Organisationen.

Unter anderem wurden ermittlungen gegen neun Deutsche im Alter von 27 bis 58 Jahren aus Dresden und der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge eingeleitet, die am Donnerstag in einem älteren Militärflugzeug in Dresden unterwegs waren. Dieses hatte das Kennzeichen "DW WH 88 H", in dem sich zwei Codes rechtsextremer Kreise wiederfinden. "DW" und "WH" stehen hierbei für die in der NS-Zeit genutzten Abkürzungen für "Wehrmacht" und "Heer". Die "88" für "Heil Hitler". Zusätzlich war an dem Fahrzeug eine Reichsflagge befestigt. Aus der Gruppe wurden während der Fahrt zudem mehrfach rechte Parolen skandert und der Hitlergruß gezeigt.

Durch Zeug*innen informierte Polizeibeamt*innen stoppten die Männer schließlich im Stadtteil Pieschen und stellten deren Personalien fest. Der Staatsschutz hat nun die Ermittlungen wegen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung aufgenommen. Außerdem zog die zuständige Zulassungsstelle, das Kennzeichen, welches sie erst am Tag zuvor vergeben hatten, wieder ein und kündigte an, die entsprechnde Zahlenkombination zukünftig nicht mehr zu vergeben.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 10.05.2024; Sächsische Zeitung, 14.05.2024

Vorfall vom 5. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Striesen

Frau beleidigt und Hitlergruß gezeigt

Am 05. Mai hat ein Unbekannter im Stadtteil Striesen eine 25-jährige Frau beleidigt und den Hitlergruß gezeigt. Die Betroffene stieg zunächst an der Haltestelle „Bergmannstraße“ in einen Bus ein. Daraufhin wurden sie und andere Fahrgäste von dem bereits im Bus sitzenden Täter beleidigt. Als der Mann an der Haltestelle „Mosenstraße“ ausstieg, zeigte er gegenüber den anderen Fahrgästen den Hitlergruß. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 06.05.2024

Vorfall vom 4. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Neustadt

NS-Parolen an Haltestelle

In den Abendstunden verließ am Carolaplatz eine Gruppe von vier jugendlichen Männern, die Fanutensilien der SG Dynamo Dresden trugen, eine Straßenbahn der Linie 7 und begrüßten zwei weitere Jugendliche (männlich und weiblich), die am Bahnsteig auf sie warteten, mit dem Wort "Sieg". Jene antworteten ihnen daraufhin mit dem Wort "Heil".

Quelle: Augenzeug*in

Vorfall vom 3. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt

Rechte Parolen gebrüllt

Am 03. Mai beobachtete ein Zeuge am Wiener Platz eine Gruppe von vier jungen Männern und hörte, wie einer von ihnen eine verbotene rechte Parole rief. Er verständigte daraufhin die Polizei. Nun ermittelt der Staatsschutz gegen einen 27-Jährigen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 05.05.2024

Vorfall vom 1. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Leipziger Vorstadt

Provokationen von Neonazigruppe

Nachdem die rechtsextreme Partei „Freie Sachsen“ zu einer Maidemonstration in Dresden aufgerufen hatte, an der sich nur etwa 200 Teilnehmer*innen beteiligten, zog eine Gruppe junger Neonazis aus dem Umfeld der zur JN zählenden Gruppierung „Elblandrevolte“ im Anschluss weiter zum Altmarkt, um an einer AfD-Veranstaltung mit dem Europawahlkandidaten Maximilian Krah teilzunehmen.  Bereits dort kam es aus dieser Gruppe auch zu Provokationen gegenüber AfD-Gegner*innen und Journalist*innen.

Am Nachmittag traf sich die Gruppierung dann erneut mit etwa 10-15 Personen hinter dem Bahnhof Dresden-Neustadt. Nachdem sie auch dort andere Menschen provoziert hatten, zogen sie geschlossen über die Hansa- sowie die Großenhainer Straße zum alternativen Kulturzentrum „Chemiefabrik“. Auf dem Weg dorthin versuchten sie zudem zwei weitere Personen anzugreifen, was ihnen jedoch misslang. In der Folge betraten sie das Gelände des Veranstaltungsortes und entrollten ein Transparent, hinter dem sie sich postierten, um ein Gruppenfoto zu schießen. Es wurde wenig später auf dem Instagram-Kanal der Gruppe "Elblandrevolte" gepostet.

Anschließend versuchten sie außerdem einen Feuerwerkskörper durch eine offene Tür in das Gebäude zu werfen, was ihnen jedoch ebenfalls nicht gelang und lediglich zu einer Detonation im Außenbereich führte. Daraufhin rannten sie vom Gelände und versteckten sich zunächst hinter in der Nähe befindlichen Graffitiwänden, bevor sie sich wieder geschlossen zum Bahnhof zurückbewegten.

Wie sich im Nachgang herausstellte, waren Mitglieder dieser Gruppe ebenfalls sowohl an Angriffen auf vermeintlich Linke in einem aus Bischofswerda kommenden Regionalzug am 15. April, als auch an zwei schweren Körperverletzungsdelikten gegen Wahlhelfer der Parteien Bündnis 90/die Grünen und der SPD am 3. Mai in Dresden-Stießen beteiligt.

Vorfall vom 1. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Dölzschen

Mann rassistisch beleidigt und verletzt

Am 01. Mai wurde ein 57-jähriger Mann zunächst von einem 73-Jährigen rassistisch beleidigt und anschließend getreten, wobei er eine Verletzung am Bein erlitt. Gegen den deutschen Täter wird nun unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 03.05.2024