Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

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Vorfall vom 1. Februar 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Weißer Hirsch

Rechter Angriff auf couragierten Passanten

Am frühen Samstagmorgen ist ein 24-Jähriger Mann von einem Unbekannten attackiert und verletzt worden. Ursache des Angriffs war das couragierte Verhalten des 24-Jährigen: Nachdem ein Mann an der Haltestelle Plattleite aus einer Straßenbahn stieg, zeigte er mehrmals den Hitlergruß und sakndierte die entsprechende Parole. Das konnte der 24-Jährige nicht unkommentiert lassen und stellte den Täter zur Rede. Daraufhin schlug der Unbekannte auf ihn ein.

Quelle: PD Dresden, Presse

Vorfall vom 20. Januar 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Erneute Übergriffe durch PEGIDA-Teilnehmer

Wie zuletzt beim PEGIDA-Weihnachtssingen am 15. Dezember 2019 kam es auch am Montagabend, den 20. Januar 2020, zu mehreren Übergriffen durch Teilnehmer der Versammlung des PEGIDA Fördervereins e.V.. Nach der Darstellung von Augenzeug*innen traten Teilnehmer*innen der Versammlung erneut sehr aggressiv auf. So versuchten einige PEGIDA-Sympathisanten zunächst, Bildaufnahmen von Gegendemonstrant*innen zu machen. Auf Widerworte wurde mit Gewaltandrohungen reagiert.

Eine ersten Höhepunkt erreichten die Anfeindungen gegen 20 Uhr, als ein Gegendemonstrant aus einer sich sammelnden Gruppe heraus angegangen wurde. Die Polizei schritt schnell ein und trennte die Lager.

Von der selben Gruppe ging nach Abschluss der Versammlung von PEGIDA ein weiterer Übergriff aus. Auf der Prager Straße umringten sie eine 30-jährige Person, beleidigten und bedrohten diese und versuchten ihr das Handy aus der Hand zu schlagen. Alarmierten Polizist*innen gelang es im Anschluss, die Idenität von einem Angreifer festzustellen.

Quelle: PD Dresden, Zeug*innen- und Betroffenenberichte

Vorfall vom 11. Januar 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Kabarettist mit Bierglas beworfen

Während einer Vorstellung des Kabarettstücks "Betreutes Denken" wurde ein 37-jähriger Darsteller der Herkuleskeule aus einer ca. 15-köpfigen Gruppe heraus mit einem Bierglas beworfen und am Kopf getroffen. Dem Angriff voraus gingen rassistische und frauenfeindliche Zwischenrufe der Gruppe, auf welche die Darsteller*innen das Stück unterbrachen und die Gruppe zur Rede stellten.

Als alarmierte Polizeibeamt*innen vor Ort eintrafen, hatte ein Großteil der Gruppe bereits die Flucht ergriffen. Lediglich von drei Männern (36/36/39) konnten die Personalien aufgenommen werden.

Quelle: PD Dresden, Presse

Vorfall vom 3. Januar 2020 | Stadt Dresden

Dresden - Löbtau

Rassistischer Übergriff in Straßenbahn

Am Freitagabend wurde eine 18-jährige Frau in einer Straßenbahn der Linie 7 das Ziel rassistischer Beleidigungen. Als die 18-Jährige versuchte der 42-jährigen Agressorin aus dem Weg zu gehen, folgte ihr diese unter andauernden Beleidigungen. Zwischen den Haltestellen Julius-Vahlteich-Straße und Tharandter Straße entwickelte sich aus den Beleidigungen eine körperliche Auseinandersetzung. Die 18-Jähige blieb dabei unverletzt.

Quelle: PD Dresden, Presse

Vorfall vom 19. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden

Bedrohungen nach Veröffentlichung des "Buszettels"

Nachdem ein 23-Jähriger in einem Bus der Linie 90 einen Zettel mit der Aufschrift "Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer" fotografierte und über Twitter veröffentlichte, erhielt er zahlreiche Bedrohungen über die Sozialen Medien. Dies gaben verschiedene Medien am 19. Dezember bekannt.

Quelle: Presse

Vorfall vom 17. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Südvorstadt

Rassistischer Angriff auf Vierjährigen

Auf dem Nachhauseweg von der Kita wurde ein vierjähriger Junge in Begleitung seiner kopftuchtragenden Mutter Ziel eines rassistischen Angriffs. Der Vierjährige fuhr gerade mit seinem Laufrad den Fußweg auf der Uhlandstraße entlang, als ihn ein ca. 70-jähriger Mann im Vorbeigehen von seinem Rad trat. Der Junge stürzte aufgrund des Angriffs und trug blutende Schürfwunden davon.

Durch die Rufe der Mutter wurde auch ein junger Mann auf die Situation aufmerksam und eilte zur Hilfe. Der Täter flüchtete daraufhin vom Tatort - jedoch nicht ohne Mutter und Kind rassistisch zu beleidigen.

Quelle: Presse

Vorfall vom 16. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden

Zweideutiges Schild in Dresdner Busse gehangen

Im Frontbereich zweier Busse der Linien 85 und 90 hing ein Busfahrer ein in Fraktuschrift bedrucktes Schild mit der Aufschrift "Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer" auf.

Quelle: Zeug*innenberichte, Presse

Vorfall vom 15. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Innere Altstadt

Versuchte Sachbeschädigung und Tumulte bei PEGIDA-Weihnachtssingen

Beim Weihnachtssingen von PEGIDA kam es erneut zu übergriffigen Handlungen durch Sympathisant*innen des Vereins. Zunächst störten einige anreisende PEGIDA-Teilnehmer*innen den Aufbau des Gegenprotestes, indem sie unter verbalen Anfeindungen gewaltsam auf einen Biertisch und einen Pavillion einwirkten. Beide Gegenstände hielten den Handlungen jedoch stand.

Zu einer weiteren Konfrontation mit Gegendemonstrant*innen kam es, als sich eine Trommelgruppe hinter der Bühne von PEGIDA einfand. Ungefähr 20 aufgebrachte PEGIDA-Teilnehmer*innen bedrängten daraufhin die Trommelgruppe und deren Unterstützer*innen. Neben Beleidigungen und Gewaltandrohungen mussten die Gegendemonstrant*innen hier auch Rempeleien über sich ergehen lassen.

Eingesetzte Polizist*innen konnten die Gruppen schließlich trennen und die Situation beruhigen.

Quelle: Zeug*innenberichte

Vorfall vom 15. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Klotzsche

Angriff auf Unterkunft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete

Am frühen Sonntagmorgen gegen 2:30 Uhr attackierten vermutlich vier Personen eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete auf der Karl-Marx- Straße in Dresden. Die maskierten und dunkel gekleideten Personen verschafften sich über einen angrenzenden Parkplatz Zutritt zum Gelände, indem sie ein Zaunfeld eindrückten. Sodann begaben sie sich an die Rückfront des Gebäudes und schlugen mit Knüppeln sechs doppelglasige Scheiben ein.

Alarmierte Polizeibeamt*innen stießen in der Nähe des Tatortes auf drei Personen, die versuchten, sich vor ihnen zu verstecken. Im Laufe weiterer Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen zwei 20 und 21 Jahre alte Männer aus der Dreier-Gruppe. Ihre Wohnungen wurden noch im Verlauf des Sonntags von der Polizei durchsucht.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 2. Dezember 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt-West

PEGIDA-Teilnehmer attackiert Gegendemonstrantin

Nach der Abschlusskundgebung einer Demonstration des PEGIDA Fördervereins e.V. auf dem Wiener Platz attackierte ein 67-jähriger Teilnehmer der Versammlung eine 21-jährige Gegendemonstrantin mit einem Regenschirm. Durch die Wucht des Angriffs ging der Regenschirm zu Bruch. Über Verletzungen der Demonstrantin wurde nicht informiert.

Zeug*innen der Demonstration berichteten außerdem über erneute verbale Entgleisungen der Demonstrationsteilnehmer*innen von PEGIDA: Nachdem man auf der Bühne auf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu sprechen kam, skandierten ein Teil der Menge "An die Wand!"

Quelle: Polizei, Zeug*innenberichte

Vorfall vom 22. November 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Johannstadt

Muslimisches Kultur- und Bildungszentrum mit Farbgläsern beworfen

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag warfen Unbekannte zwei mit roter Farbe gefüllte Gläser an die Fassade des auch als Gebetsraum genutzten Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrums.

Wegen eines geplanten Ausbaus des Gebetsraums war das Zentrum bereits im August ins Visier rechter Gruppen geraten. So hielt die Gruppe Heidenauer Wellenlänge über eine Woche eine Kundgebung vor dem Objekt ab. Der Vereinsvorstand reagierte darauf mit einem offenen Brief an den Oberbürgermeister Dresdens und forderte konsequente Schritte gegen die Einschüchterung der muslimischen Gemeinde (Siehe: https://www.raa-sachsen.de/support/chronik/vorfaelle/dresden-johannstadt-4313).

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 15. November 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

In Anwesenheit der Polizei mit Hitlergruß gegrüßt

Nachdem eine 38-jährige Frau auf dem Amalie-Dietrich-Platz gegen mehrere Fahrzeuge geschlagen hatte, wurden sie und ihr 31-jähriger Begleiter zur Anzeigenaufnahme von der Polizei gestoppt. Während dieser grüßte der 31-Jährige hinzukommende Bekannte mit dem Hitlergruß. Er muss sich nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 11. November 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

Schweineschwarten in Briefkästen gesteckt

Drei Bewohner eines Mehrfamilienhauses auf der Ebereschenstraße haben in ihren Briefkästen Schweinschwarten gefunden, die mit islamfeindlichen Sprüchen beschriftet wurden. Die Polizei ermittelt in dem Fall wegen Volksverhetzung.

Quelle: Polizei, Presse

Vorfall vom 3. November 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Leipziger Vorstadt

LED-Hakenkreuz an Wohnungswand

Nach dem Zeug*innen der Polizei berichteten, dass sie aus einer Wohnung auf der Helgolandstraße ein Hakenkreuz leuchten sahen, durchsuchten Polizist*innen am Sonntagmorgen besagte Wohnung. Neben einem ein mal ein Meter großen LED-Hakenkreuz an der Wand wurden in der Wohnung Aufkleber und Literatur mit nationalsozialistischem Inhalt, eine Armbrust sowie die Nachbildung eines Sturmgewehrs aufgefunden. Der 39-jährige Bewohner muss sich nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.

Quelle: Polizei

Vorfall vom 28. Oktober 2019 | Stadt Dresden

Dresden - Pieschen

Schule mit Hakenkreuzen beschmiert

Über das letzte Oktoberwochenende drangen Unbekannte in das Gelände einer Schule auf der Konkordienstraße ein und beschmierten verschiedene Wände und Türen mit Schriftzügen und mehreren Hakenkreuzen. Daneben beschädigten die Unbekannten zwei Scheiben sowie eine Gerätekiste. Der Schaden beläuft sich auf ca. 3.000 Euro.

Quelle: Polizei, Presse