Chronik

Die Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Vorfälle in Sachsen. Genannt werden nicht nur Angriffe, sondern auch Vorfälle, wie Sachbeschädigungen, Schmierereien oder rechte Propagandaaktionen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier veröffentlichten Angriffe fließen auch in die Statistik ein. Nicht alle in die Statistik aufgenommene Angriffe finden sich jedoch in der Chronik wieder: Angriffe die nicht polizeibekannt sind, werden nicht veröffentlicht, ebensowenig Angriffe, die nicht bereits öffentlich sind und die Betroffenen dies nicht wünschen. Die Vorfälle können nach Landkreisen und Zeiträumen gefiltert betrachtet werden.

Nach Landkreis filtern

Nach Zeitraum filtern

Vorfall vom 1. Juli 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Neustadt

Sachbeschädigung im Kontext von Pegida-Demonstration

Am 1. Juli fand in der Dresdner Altstadt ein Pegida-Aufmarsch statt, bei der auch der bekannte Rechtsextremist Martin Sellner aus Österreich auftrat. Vor Beginn der Veranstaltung hielt sich Sellner in Begleitung von etwa 25 weiteren Symphatisant*innen in dem Biergarten "Augustus Garten" an der Ausgustusbrücke auf der Neustädter Elbseite auf. Nachdem sich die Gruppe von dort aus über die Brücke in Richtung Altstadt bewegte, trat Sellner auf das Fahrrad einer Person ein, die sich ihm auf dem Fußweg in den Weg gestellt hatte. Polizeikräfte gingen daraufhin dazwischen und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung gegen Sellner ein. Für den 35-Jährigen bestand noch bis vor Kurzem ein Einreiseverbot nach Deutschland.

Die wenig später startende Pegida-Demonstration verlief mit etwa 500 Teilnehmer*innen weitgehend ruhig und wurde zeitweilig wegen einer Blockade von Gegendemonstrant*innen umgeleitet. Einzelne Teilnehmer*innen des Aufzuges versuchten mehrere Journalist*innen einzuschüchtern, andere mehrfach das Lied "L'Amour toujours" anzustimmen und dazu ausländerfeindliche Parolen zu skandieren, was jedoch von anderen Teilnehmer*innen unterbunden wurde. Sellner sprach in seiner Rede u.a. von einer "millionenfachen Remigration", die er umsetzen wolle und beleidigte zudem Familienangehörige eines vor wenigen Tagen in Bad Oeyenhausen getöteten Jugendlichen. Auch die rechtsextreme Partei "Freie Sachsen" war mit einem Info-Stand auf der Veranstaltung präsent.

Quellen: Zeug*innenbericht, Presse (DNN vom 03.07.2014)

Vorfall vom 27. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Neustadt

verfassungsfeindliches Symbol tätowiert

Am 27.06.2024 wurde eine Person in der Straßenbahnlinie 6 Richtung Tolkewitz gesichtet, die ein Tattoo mit der Aufschrift "Heil Hitler" auf dem rechten Unterarm trug.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Zeug*innenbericht

Vorfall vom 25. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

Mann rassistisch beleidigt

Ein 27-jähriger Mann wurde am Dienstagabend am Merianplatz von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Die Begleiterin des Betroffenen wurde ebenso beleidigt. Zudem zeigte der Täter den Hitlergruß.

Nun ermittelt der Staatsschutz der Polizeidirektion Dresden.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 26.06.2024

Vorfall vom 13. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Neustadt

elfköpfige Gruppe rief rassistische Parolen

Elf junge Personen im ALter von 16 und 20 Jahren riefen donnerstagabends am Glockenpavillon am Elberadweg rassistische Parolen. Zudem zeigte einer Person dieser Gruppe den Hitlergruß.

Von Zeug*innen gerufenen Polizist*innen konnten die Personalien aufnehmen und Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen einleiten.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 14.06.2024

Vorfall vom 2. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Altstadt

Frau rassistisch beleidigt

Eine Unbekannte hat am 2. Juni eine Frau aus Indien rassistisch beleidigt. Die 43-jährige Betroffene war in Begleitung eines 37-jährigen Mannes in einer Straßenbahn der Linie 9 in Richtung Prohlis unterwegs, als die Täterin an der Haltestelle „Hauptbahnhof Nord“ zustieg und sie unvermttelt anfeindete sowie dem Paar den Mittelfinger zeigte. Der Staatsschutz der Dresdner Polizei ermittelt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 03.06.2024

Vorfall vom 1. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Mitte

rechte Störaktion beim CSD Dresden geplant

Im Rahmen des Christopher Street Days in Dresden wurde eine Gegenveranstaltung durch die Partei "Die Heimat" (ehemalige NPD) angemeldet. Zurvor gab es einen Aufruf der rechtsextremen Gruppe "Elblandrevolte" den CSD zu stören. Ungefähr 90 Menschen wurden am 01.06.2024 zunächst von der Polizei am Hauptabhnhof festgesetzt, da diese teilweise vermummt waren und Reichsfahnen mit sich führten. Nach den Personenkontrollen und Gefährderansprachen konnte die Gruppe ungestört zu angemeldeten Gegenversammlung laufen.

Gegen einen 22-jährigen Teilnehmenden wird aufgrund verbotener Symbole, die er als Tätowierungen trägt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt

Quelle: Sächsische Zeitung, 01.06.2024

Vorfall vom 1. Juni 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Laubegast/Tolkewitz

Verfassungsfeindliche Parolen und Gefährdung des Straßenverkehrs

Ein 38-Jähriger hatte am 01. Juni vor einem Geschäft an der Österreicher Straße über einen Lautsprecher mutmaßlich verfassungsfeindliche Parolen verbreitet. Danach fuhr er mit einem Motorroller auf der Toeplerstraße. Als er daraufhin auf die Kipsdorfer Straße abbog, gefährdete er eine Frau sowie ein Mädchen, die über die Fahrbahn liefen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei beschädigte der Deutsche außerdem einen PKW, der am Straßenrand geparkt war.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 03.06.2024

Vorfall vom 30. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Radeberger Vorstadt

Randaliert und rechte Parolen skandiert

Zwei Männer warfen in der Radeberger Vorstandt zunächst Warnbaken, Baustellenabsperrungen und Verkehsschilder auf die Fischhausstraße, wodurch ein vorbeifahrender Laster an einem Reifen beschädigt wurde. Zudem entblößte sich einer der Beide und manipulierte an seinem Geschlechtsteil. Alarmierte Polizeikräfte konnten die 25- und 28-jährigen Täter in der Nähe stellen, wobei einer der Männer aus einem Einkaufsmarkt kam, in dem er zuvor Lebensmittel im Wert von etwa 45 Euro gestohlen hatte.

Da der 25-Jährige während der anschließenden polizeilichen Maßnahme eine rechte Parole rief, wird nun u.a. wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen Ladendiebstahls und exhibitionistischer Handlungen gegen ihn ermittelt. Beide erhielten zudem eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und kamen in Gewahrsam.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 31.05.2024

Vorfall vom 27. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Pirnaische Vorstadt

Verbotene Parolen gerufen

Am 27. Mai rief ein Mann von einem Balkon an der Pillnitzer Straße verbotene Parolen. Alarmierte Polizeikräfte fertigten in der Folge eine entsprechende Anzeige gegen den 47-jährigen Deutschen. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 28.05.2024

Vorfall vom 25. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Gorbitz

Verbotene Parolen in Lokal skandiert

In der Nacht vom 25. Mai kam es in einem Lokal am Amalie-Dietrich-Platz zu Lärmbelästigungen, weswegen die Polizei gerufen wurde. Eine Jugendliche schrie daraufhin im Beisein von Polizist*innen verbotene Parolen, weshalb sie in der Folge des Lokales verwiesen wurde und eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erhielt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 27.05.2024

Vorfall vom 20. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Altstadt

Ermittlungen bei Pegida-Demo

Im Rahmen der Pegida-Demonstration am 20. Mai wurde Ermittlungsverfahren gegen einen 41-Jährigen Teilnhmer wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.

Quelle: Polizeidirektion Dresden 20.05.2024

Vorfall vom 18. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Seevorstadt

Tätowierung von SS-Runen bei Dynamospiel

Im Rahmen eines Fußballspiels von Dynamo Dresden gegen den MSV Duisburg am 18. Mai fiel der Polizei ein Mann auf, der auf dem Weg zum Stadion eine Tätowierung trug, auf der SS-Runen abgeblidet waren. Die Polizei ermittelt nun gegen den 34-jährigen Deutschen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 18.05.2024

Vorfall vom 18. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Johannstadt

Hitlergruß gezeigt

Ein 38-jähriger Deutscher zeigte aus einer Gruppe von zwölf Personen, die sich auf dem Wohnmobilparkplatz an der Florian-Geyer-Straße in Dresden Johannstadt aufhielt, den Hitlergruß und skandierte die entsprechende Parole. Ein Zeuge informierte daraufhin die Polizei und identifizierte den Täter, gegen den nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt wird.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 20.05.2024

Vorfall vom 14. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden - Leipziger Vorstadt

Gruppe Jugendlicher rassistisch beleidigt

Eine Gruppe von Jugendlichen wurde am 14. Mai auf der Hechtstraße von einem Mann rassistisch beleidigt und bedroht. Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 15.05.2024

Vorfall vom 9. Mai 2024 | Stadt Dresden

Dresden

Naziausflug in altem Militärfahrzeug

Am Himmelfahrtstag kam es in Dresden gleich zu mehreren Verstößen aufgrund des Verwendens Kennzeichen verfassungswidirger Organisationen.

Unter anderem wurden ermittlungen gegen neun Deutsche im Alter von 27 bis 58 Jahren aus Dresden und der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge eingeleitet, die am Donnerstag in einem älteren Militärflugzeug in Dresden unterwegs waren. Dieses hatte das Kennzeichen "DW WH 88 H", in dem sich zwei Codes rechtsextremer Kreise wiederfinden. "DW" und "WH" stehen hierbei für die in der NS-Zeit genutzten Abkürzungen für "Wehrmacht" und "Heer". Die "88" für "Heil Hitler". Zusätzlich war an dem Fahrzeug eine Reichsflagge befestigt. Aus der Gruppe wurden während der Fahrt zudem mehrfach rechte Parolen skandert und der Hitlergruß gezeigt.

Durch Zeug*innen informierte Polizeibeamt*innen stoppten die Männer schließlich im Stadtteil Pieschen und stellten deren Personalien fest. Der Staatsschutz hat nun die Ermittlungen wegen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung aufgenommen. Außerdem zog die zuständige Zulassungsstelle, das Kennzeichen, welches sie erst am Tag zuvor vergeben hatten, wieder ein und kündigte an, die entsprechnde Zahlenkombination zukünftig nicht mehr zu vergeben.

Quelle: Polizeidirektion Dresden, 10.05.2024; Sächsische Zeitung, 14.05.2024