Vorfall vom 17. Mai 2007 | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Pirna

Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Neustädter bei Razzia mit verfassungsfeindlichen Symbolen ertappt

"Ja, das war mein Ring, und ich habe ihn auch getragen" - Rico M. bestätigt so den Vorwurf der Staatsanwaltschaft. M. war am 29. November 2003 bei einer Polizeikontrolle im "Pankower Bär", einer Billardkneipe in Berlin, damit aufgefallen. Der silberne Ring zeigt neben SS-Totenkopf auch Hakenkreuz und Sig-Rune - allesamt verbotene Nazi-Symbole. Über die Herkunft des Himmler-Rings kann der damals 19-Jährige keine Angaben machen, er "sammelt so was privat zu Hause". Auf die kurze Frage von Richter Jürgen Uhlig, ob er wisse, was die Symbole zu bedeuten hätten, antwortet M., jetzt wisse er schon etwas von deren historischer Bedeutung.

Zwei Berliner Polizisten sagen in Pirna am Gericht als Zeugen aus und beschreiben die Kontrolle, eine Mammut-Aktion, bei der 127 Männer und Frauen überprüft wurden. Ein riesiges Polizeiaufgebot von 250 Beamten sprengte damals das Jahrestreffen der rechtsextremistischen "Hammerskins", der "Ultra-Elite der rechtsextremistischen Skinheads".

So begründete seinerzeit Michael Knape von der Berliner Polizei gegenüber dem "Tagesspiegel" den Anlass für die Razzia. Eine Strafe bekommt Rico M. für das Tragen des Rings vom Pirnaer Gericht nicht, außer dass er selbigen nicht wiederbekommt. So lässt es das Gesetz ausdrücklich zu. Hintergrund ist auch, dass er eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu erwarten hat: Vor einem Jahr schlug der Neustädter im Sebnitzer Ortsteil Hertigswalde einem Mädchen mit der Faust ins Gesicht.

sz-online

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