Vorfall vom 31. März 2011 | LK Leipzig

Geithain

Landkreis: LK Leipzig

Gezielter Überfall von drei vermutlich rechtsextremen Tätern auf vier Opfer in Geithain - Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen nach einem vermutlich rechtsextremen Überfall in Geithain aufgenommen. Drei junge Männer griffen in der Nacht zum Sonnabend gegen 0.45 Uhr vor einer Pizzeria in der Chemnitzer Straße in Geithain vier Personen offenbar gezielt an. "In den nächsten Tagen wird es weitere Vernehmungen geben", erklärte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung Ilka Peter, Sprecherin der Polizeidirektion Westsachsen. Fest stehe bislang, dass die Geschädigten mit Pfefferspray besprüht, getreten und geschlagen wurden, wobei zwei Tatverdächtige augenscheinlich Quarzsand-Handschuhe trugen. Einem 28-Jährigen schlugen die Täter mit einer Bierflasche auf den Kopf, sodass er eine Platzwunde erlitt, die im Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Die Täter entfernten sich laut Polizei in unbekannte Richtung. "Ein Motiv der Straftat ist nicht bekannt. Ein politischer Hintergrund ist nicht auszuschließen", so Peter.

Während die Ermittler sich gestern bedeckt hielten, kursieren im Internet Berichte, nach denen es sich um einen Überfall Rechtsextremer handeln soll. Die Täter seien vermummt aus einem Auto gestiegen. Bei den Opfern handele es sich um drei Männer und eine Frau. Sie empfinde große Wut angesichts dieses neuerlichen Ereignisses, erklärte gestern Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU). "Es tut mir leid für die Opfer" gleichzeitig macht mich sehr traurig, dass wir hier in Geithain so etwas erleben müssen", betonte die Stadtchefin. Doch das bestärke sie auch, "den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, gezielt auf tolerantes und respektvolles Miteinander hinzuwirken und damit extremistischen Kräften Luft und Raum zu nehmen hier in der Stadt." Sie begrüße in diesem Zusammenhang das am Donnerstag gefällte Urteil gegen den Täter, der im Mai des Vorjahres einen Jugendlichen überfiel und schwer verletzte. Wie berichtet hatte das Landgericht Chemnitz Albert R. dafür zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren ohne Bewährung verurteilt. "Ich erwarte, dass auch in dem neuerlichen Fall konsequente Schritte unternommen werden", so die Bürgermeisterin. Sie ist Mitglied im Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplanes "Miteinander tolerant Leben" des Landkreises Leipzig, um "hier vor Ort für Geithain und den Landkreis konkret mitzuwirken und entsprechende Aktionen und deren Träger zu unterstützen."

LVZ Borna/Geithain, 05.04.11

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