Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3582 Einträge in der gesamten Chronik

: Chemnitz (Stadt Chemnitz)

Am Dienstagnachmittag wurde auf dem Kaßberg beobachtet, wie aus einer Männergruppe heraus der Hitler-Gruß gezeigt wurde. Die von Zeug*innen informierte Polizei konnte wenig später einen der mutmaßlichen Täter stellen und hat Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet.

Quelle: PD Chemnitz

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: Dresden Tolkewitz (Stadt Dresden)

Mädchen aus Afghanistan in Straßenbahn angegriffen

Ein 17-jähriges Mädchen afghanischer Herkunft stieg am Montagnachmittag in Tolkewitz in eine Straßenbahn der Linie 4, woraufhin sie von einem bisher unbekannten Mann angesprochen wurde. Nach kurzer Zeit trat der ca. 30 bis 35 Jahre alte Unbekannte der 17-Jährigen gegen den Unterschenkel und beleidigte sie mit Gesten und Worten. Anschließend verließ er die Straßenbahn.

Quelle: Polizei, Presse

 

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: Dresden Innere Altstadt (Stadt Dresden)

Übergriff bei PEGIDA-Demonstration

Als eine 21-jährige Passantin den Demostrationszug von PEGIDA durchquerte, wurde sie von mehreren Personen umzingelt und berängt. Einsatzkräfte der Polizei wurden auf die Auseinandersetzung aufmerksam und enfernten die jungen Frau aus der Versammlung. Überrascht vom unvermittelten Eingreifen der Polizei wehrte sich die Frau gegen die Maßnahme, woraufhin sie zu Boden gebracht und in Handschellen abegführt wurde. Im Kontext des Geschehens wurden Anzeigen wegen Beleidigung und versuchter Körpervereltzung aufgenommen.

Quelle: Polizei, Augenzeug*innenberichte

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: Dresden Innere Altstadt (Stadt Dresden)

Versammlungsverbot für Haverbeck-Stand

Am Montagabend verboten Polizeibeamt*innen und Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes einen Stand der Heidenauer Wellenlänge, der für die Freilassung der verurteilten Holocaustleugner*in Ursula Haverbeck werben sollte. Schon im Vorfeld der Versammlung hatte sich das Ordnungsamt Auslagematerial des Standes zuschicken lassen, um dieses auf den Verdacht der Volksverhetzung zu überprüfen. Bei einer ersten Sichtung stellte sich heraus, dass mit mindestens einer Broschüre volksverhetzende Inhalte verbreitet werden. In dieser war nicht nur ein Hakenkreuz zu finden, sondern auch eine Coullage, die den Holocaust leugnet.

Quelle: Polizei

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: Eilenburg/Torgau (Nordsachsen)

Rechte Schläger in S-Bahn nach Tag der Sachsen in Torgau

Etwa zehn "kräftig gebaute, dunkel gekleidete junge Männer" hätten sich nach dem Tag der Sachsen in der S-Bahn zwischen Torgau und Leipzig durch die volle Bahn gedrängelt, Mitreisende zunächst als "Zecken" beschimpft und dann um sich geschlagen. Laut des Grünen-Politikers Wolfram Günther, der zufällig anwesend war, hätten einige Betroffene geblutet, Brillen seien zu Bruch gegangen. Unter anderem ein älterer Mann sei im Gesicht verletzt worden: "Es haben viele Fahrgäste etwas abbekommen. Kinder saßen zitternd da. Eine ältere Frau stand wie unter Schock." Die Bahn hielt in Eilenburg, wo weiter auf Reisende eingeschlagen worden sei. Zufällig anwesende PolizistInnen und weitere Einsatzkräfte konnten die Schläger auf dem Bahnsteig anschließend stellen. Es wurde auch gesagt, dass von einzelnen Tätern der Hitlergruß gezeigt worden sein soll, weswegen ein politischer Hintergrund zumindest anzunehmen ist und somit der Staatsschutz ermittelt. Auch weitere ZeugInnen beschreiben die Täter als vermutlich Angehörige der rechten Szene. 

Quelle: Presse, Polizei

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