Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3582 Einträge in der gesamten Chronik

: Dresden / Sächsische Schweiz (Stadt Dresden)

Alltäglicher Rassismus

In einem Artikel der Sächsischen Zeitung schildert ein 28-jähriger Medizinstudent aus Syrien seine Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Sachsen. Beosnders in Erinnerung blieben dem 28-Jährigen zwei Vorfälle:

Mitte September war er mit einer Freundin in der Sächsischen Schweiz zum Wandern unterwegs, als sie in einer Gaststätte einkehrten, um ein Bier zu trinken. Auf ihre Bestellung erhielten sie von der Kellnerin die Antwort, dass sie ihnen kein Bier geben könne. Als die beiden die Kellnerin fragten, warum sie denn kein Bier erhalten würden, antwortete diese: "Einfach so".

Ein weiterer Vorfall ereignete sich in der Dresdner Innenstadt: Der 28-Jährige verließ gerade die Sparkasse am Altmarkt und telefonierte auf arbaisch mit seinem Bruder, als ein unbekannter Fahrradfahrer an ihm vorbei fuhr, ihn anspuckte und dabei "Deutschland den Deutschen" skandierte.

In Erinnerung blieb ihm außerdem, dass in beiden Fällen niemand auf die Situation reagierte oder Partei für ihn ergriff.

Quelle: Presse

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: Torgau (Nordsachsen)

Torgauer Bürgermeisterin (CDU) via Facebook bedroht

Romina Barth, Torgauer CDU-Bürgermeisterin, will über soziale Netzwerke eigentlich Bürgernähe herstellen - wird dort aber immer wieder von Neonazis und anderen Rechten bedroht und beschimpft. Dort heißt es unter anderem: "Wir stürmen dein Rathaus, du F****!". Auch gegen Asylsuchende wird gehetzt: "Wir haben die Schnauze voll von Dreck, Müll und Asylanten!" Auch der Nazi-Code "88" (steht für "Heil Hitler") wurde benutzt.

Quelle: Presse

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: Leipzig - Plagwitz (Stadt Leipzig)

Mann zeigt Hitlergruß 

Ein Mann grüßt einen auf der anderen Straßenseite laufenden, offenbar ihm bekannten Mann mit einem Hitlergruß. 

Quelle: Augenzeug_innen

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: Leipzig - Grünau (Stadt Leipzig)

Offenbar Brandanschlag auf Auto eines Linken-Abgeordneten

Das Auto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann (Die Linke) wurde durch einen Brandanschlag vollständig zerstört. Er selbst sagt dazu: "Das Auto war bereits mit Materialien gepackt und sollte heute zur Unteilbar-Demo nach Berlin fahren. Da das Auto klar zuzuordnen ist, gehe ich von einem politischen Anschlag gegen meine Person aus." Bereits zuvor wurde er mehrmals in seinem Abgeordnetenbüro bedroht, er lasse sich aber durch solches Vorgehen nicht einschüchtern. 

Quelle: Presse, Polizei

 

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: Burkau (LK Bautzen)

Reichsbüger attackiert Vollstreckerin der Finanzbehörden

Als eine 64-jährige Vollstreckerin der Finanzbehörden am Dienstagabend das Grundstück eines 53-jährigen Reichsbürgers in Burkau betrat, stieß dieser die Frau zu Boden und schlug offenbar auf sie ein. Im Anschluss setzte der 53-Jährige die verletzte Frau bis zum Eintreffen der Poliezi fest. Gegen ihn wird nun wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung ermittelt.

Quelle: Polizei

 

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