Pressemeldungen

Hier finden Sie ein Archiv aller Pressemeldungen der Opferberatung.

Betroffene rassistischer Gewalt haben eine Stimme!

Gemeinsame Pressemitteilung vom Bon Courage e.V. und der RAA Sachsen e.V. Opferberatung „Support“ zur Veröffentlichung eines Aufklärungsvideos für Opfer rassistischer Gewalt

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Pressemitteilung von Bon Courage e.V.

„Unsere Solidarität ist stärker als ihr Hass und ihre Steine.“


In der Nacht vom 28. auf den 29.06. griffen Unbekannte das Büro des Vereins Bon Courage mit Steinen an. Der Angriff gilt insbesondere dem Engagement in der Beratung und Inklusion von Geflüchteten. Vor genau einem Jahr gab es bereits einen Anschlag mit Buttersäure.

Erneut griffen bisher Unbekannte die Räumlichkeiten des gemeinnützigen Vereins Bon Courage e.V. in Borna bei Leipzig an. In der Nacht vom 28. auf den 29.06. warfen vermutlich mehrere Personen Steine an die beiden Schaufensterscheiben des Büros und versuchten diese zu zerstören. Glücklicherweise waren sie erfolglos und konnten keinen größeren Schaden anrichten. Die Scheiben waren stärker als die Steine der Angreifenden.

Leider ist dies jedoch nicht der erste Anschlag auf das Büro des mit dem Integrationspreis ausgezeichneten Vereins. Vereinsmitglied Sandra Münch sagte dazu: „Es wäre naheliegend an dieser Stelle unsere Stellungnahme aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen. Erneut gibt es keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff unserer Beratung von Geflüchteten gilt.“ Vor fast genau einem Jahr war der Verein bereits Ziel eines Angriffs. Im Mai 2016 wurden ebenfalls Scheiben zerstört und Buttersäure in die Räumlichkeiten geworfen. Die verantwortlichen Personen sind bis heute nicht ermittelt wurden. Der Verein erfuhr in jenen Tagen überregionale Unterstützung und konnte dank dieser seine Räumlichkeiten schnell wieder nutzbar machen. Nicht zuletzt konnten stärkere Scheiben gekauft werden, welche diesmal einen größeren Schaden verhinderten. „Bereits damals verfehlte der Angriff sein Ziel.“, berichtet Frau Münch. „Statt unsere Arbeit zu behindern, verschaffte er uns im Gegenteil neue Kontakte. Betrachten wir heute die Scheiben, können wir sagen: Unsere Solidarität ist stärker als ihr Hass und ihre Steine.“

Die Anschläge sind allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Regelmäßig kommt es zu Anfeindungen und Beleidigungen gegenüber der Mitarbeiterinnen und den Beratungssuchenden, fast wöchentlich werden die Räumlichkeiten Ziel von rechts motivierten Schikanen. Es wäre naiv darin Zufälligkeiten zu sehen. Die Angriffe sind kein Zufall, sondern Resultat eines nach wie vor existenten Rassismus in Teilen der Bevölkerung, den es als Problem anzuerkennen gilt. Gerade deshalb wollen Sandra Münch und ihre Vereinskolleg_innen nicht aufgeben, sondern aus derartigen Angriffen schöpfen sie nur neue Motivation: „So lange also weiterhin Angriffe auf unsere Büroräume stattfinden, so lange wissen wir, dass unsere Arbeit notwendig und wichtig ist. Und so lange werden wir auch weitermachen.“

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Pressemitteilung von ChronikLE

Pressemitteilung von ChronikLE zu den Geschehnissen in Wurzen

Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung von ChronikLE vom 19.06.2017

Pressemitteilung: Wurzen hat ein Problem mit Rassismus

Pressemitteilung 19.06.2017

Am Freitag, den 09. Juni 2016, versammelten sich etwa 60 aggressive und teilweise betrunkene Neonazis und Rassisten auf dem Wurzener Markt, um Stimmung gegen Geflüchtete in der Stadt zu machen. Laut Polizei riefen sie dabei Parolen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ und zeigten verfassungsfeindliche Symbole. Die anwesende Polizei musste die Personengruppe mit körperlicher Präsenz davon abhalten, ein Haus in der Wencelaigasse anzugreifen, in dem mehrere Geflüchtete aus verschiedenen Ländern wohnen.

Anlass für die Zusammenrottung waren angeblich zu laute Musik und eine darauf folgende körperliche Auseinandersetzung zwischen Geflüchteten und Deutschen am Pfingstmontag. In der Berichterstattung zu diesem Vorfall gaben die Polizei und später auch die Presse lediglich die Perspektive der deutschen Beteiligten wieder. Die Perspektive der Geflüchteten fehlt bisher. Die LVZ wählte für die Meldung in ihrer Lokalausgabe gar die pauschalisierende Überschrift: „Afrikaner in Wurzen festgenommen“ (LVZ vom 07.06.2017). Damit werden alle in Wurzen lebenden Menschen aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern als Unruhestifter dargestellt.

Dazu Steven Hummel vom Dokumentationsprojekt chronik.LE: „Bei der Auseinandersetzung zu Pfingsten gehören auch die Geflüchteten und ihre Perspektive angehört. Die Verbreitung dieser einseitigen Darstellung, dass Geflüchtete in Wurzen Unruhestifter seien, hat mit dazu geführt , dass sich 60 aggressiv auftretende Neonazis und Rassisten wenige Tage später versammelt haben und gewaltsam versucht haben, zu dem Haus vorzudringen, in welchem die Geflüchteten wohnen.“

Hummel weiter: „Rassistische Zusammenrottungen und Gewalt gegen Geflüchtete in ihrem Wohnumfeld sind in Wurzen leider keine Seltenheit.“ Angriffe auf Wohnungen gab es bereits im im September 2016 sowie Januar 2017.

Eine ähnliche Dynamik rassistischer Mobilisierung gab es vor knapp einem Jahr, als im August 2016 eine Auseinandersetzung vor einer Pizzeria dazu führte, dass ca. 350-400 Personen in Wurzen gegen Asylsuchende demonstrierten. „Wir haben als Dokumentationsplattform chronik.LE in den letzten anderthalb Jahren in Wurzen 16 Ereignisse dokumentiert. Die meisten davon haben einen rassistischen Hintergrund. Im Gegensatz zu Oberbürgermeister Jörg Röglin sind wir deshalb der Auffassung, dass Wurzen ein Problem mit Rassismus und Neonazismus hat.“ Der Oberbürgermeister von Wurzen hatte gegenüber dem MDR die Wahrnehmung der Opferberatung der RAA Sachsen zurückgewiesen, die von alltäglichen rassistischen Anfeindungen und Angriffen auf Geflüchtete berichtet hatte. Selbst der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Uwe Voigt, bezeichnet Wurzen in diesem Beitrag als einen „Brennpunkt in Sachen Ausländerfeindlichkeit“ (MDR vom 14.06.2017).

„Glücklicherweise gibt es in Wurzen allerdings auch viele Menschen, welche sich in ihrer alltäglichen Arbeit für Geflüchtete und ein humanistisches Miteinander in Wurzen einsetzen. Diesen Menschen und den Betroffenen Geflüchteten wünschen wir weiterhin alles Gute“, so Hummel abschließend.

chronik.LE ist eine Dokumentationsplattform, welche neonazistische Aktivitäten und diskriminierende Ereignisse in der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen auf der Website www.chronikle.org dokumentiert. Im Jahr 2016 sowie 2017 wird der Trägerverein durch die Lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig gefördert.

 

 

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Pressemitteilung der Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V.

437 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe im Jahr 2016
Rechter Gewalt in Sachsen auf hohem Niveau - Anstieg der rassistisch motivierten Angriffe, trotz leichten Rückgangs der Gesamtzahlen

Nach Kenntnis der Beratungsstellen richtete sich die rechte Gewalt gegen mindestens 685 Personen. Angriffe auf politische Gegner_innen gingen stark zurück, von 141 im Jahr 2015 auf 62 im Jahr 2016. Rassistisch motivierte Angriffe hingegen stiegen erneut leicht an, von 285 auf 306. Vor diesem Hintergrund fordert die Opferberatung des RAA Sachsen klare Positionierungen gegen Rassismus und wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz von Geflüchteten im Freistaat.

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Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistsicher und antisemitischer Gewalt (VBRG)

PE Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)

Opferberatungen begrüßen Erlass zum Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewaltstraftaten in Brandenburg und fordern bundesweite Regelung

Die im VBRG organisierten Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt begrüßen ausdrücklich die Entscheidung des brandenburgischen Innenministeriums, Ermessenspielräume zu nutzen, um Opfern rassistischer Gewalt ohne sicheren Aufenthaltstitel ein Bleiberecht zu gewähren. Brandenburg setzt damit ein deutliches Zeichen gegen rassistische Gewalt und die menschenverachtende Intention rechter und rassistischer Gewalttäter und Gewalttäterinnen.

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Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistsicher und antisemitischer Gewalt (VBRG)

PE Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG)

Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt fordern deutlich mehr  Budgets

„Gewaltopfer haben ein Recht auf Beratung und Unterstützung.“

Das Ausmaß rechter und rassistischer Gewalt im Jahr 2016 ist dramatisch hoch. Nachdem bereits für das Jahr 2015 eine Verdoppelung rechtsmotivierter und insbesondere rassistischer Gewalttaten festgestellt werden musste, verweisen die aktuellen Zahlen der Bundesregierung auf einen erneuten massiven Anstieg, der das Ausmaß des vergangenen Jahres noch übertreffen wird. Eine Trendwende für 2016 ist nicht absehbar. Damit einher geht seit Herbst 2014 eine stark gestiegene Nachfrage von Betroffenen nach professioneller Unterstützung und Beratung zur Bewältigung der materiellen und immateriellen Tatfolgen.

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Pressemitteilung der Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V.

477 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe im Jahr 2015
Massiver Anstieg rechter Gewaltstraftaten in Sachsen 2015 um 86 Prozent.

Der Großteil der Angriffe war rassistisch motiviert (285) oder richtete sich gegen politische Gegner_innen (141).

Schwerpunkte der Gewalt sind die Städte Dresden (116) und Leipzig (77) sowie die Landkreise Leipzig (56) und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge (55).

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Gemeinsame Pressemitteilung der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt der RAA Sachsen e.V. und der Mobilen Beratung im Kulturbüro Sachsen e.V.

Rassistische Zustände in Freital sind hausgemacht

In Freital findet seit mehr als drei Monaten eine rassistische Mobilisierung gegen die Unterbringung von Asylsuchenden statt. Die mobile Beratung des Kulturbüro Sachsen e.V. und die Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt des RAA Sachsen e.V. nehmen die Proteste gegen geflüchtete Menschen mit großer Sorge zur Kenntnis und verurteilen den Rassismus dieser Mobilisierungen aufs Schärfste.

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Pressemitteilung der Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V.

Im Jahr 2014 zählten die Beratungsstellen für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. 257 Angriffe mit insgesamt 419 betroffenen Menschen. Damit stieg die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe erneut im Vergleich zum Vorjahr an (2013: 223). In die Statistik fließen ausschließlich Gewaltdelikte ein.

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Pressemitteilung Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Im Fall Khaled Bahray halten Opferberatungsstellen ihre Kritik an den Ermittlungsbehörden aufrecht und mahnen grundlegende Änderungen an. Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen, wie weit Behörden und einzelne Beamte von Lehren aus dem NSU-Debakel entfernt sind - Opferberatungsstellen fordern Umsetzung der Empfehlung des NSU-Untersuchungsausschusses.

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