RAA Sachsen - Opferberatung
Austellung
Austellung: Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland
Gerald Asamoah

Rechtsextremen Vorfall melden

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Aktuelles
02.09.2010 Spendenaufruf PDF

Spendenaufruf!

Der Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V. bittet um Spenden zugunsten der Jüdischen Gemeinde zu Dresden für die Erneuerung des durch den Brandanschlag am 29. August 2010 zerstörten Eingangsportals der Begräbnishalle und zur Erhöhung der Sicherheit auf dem Neuen Jüdischen Friedhof (Fiedlerstraße) in Dresden-Johannstadt.

Was niemand für möglich gehalten hätte: Die Begräbnishalle (ehemalige Synagoge) auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden-Johannstadt wurde am vergangenen Sonntag Mrgen Opfer eines Brandanschlags. Dabei wurde das Eingangsportal zerstört.

Das größere Schäden verhindert werden konnten, ist einer 66-jährigen Radfahrerin zu verdanken. Sie bemerkte den Schwelbrand gegen 6 Uhr und informierte die Feuerwehr und die Polizei. Der Brand konnte gegen 6.30 Uhr gelöscht und damit ein Übergreifen der Flammen auf die einstige Synagoge (1950 – 2001) verhindert werden. Dennoch entstand ein Sachschaden von etwa 5.000 Euro. Verletzt wurde Gott sei Dank niemand.

Ein Feuer an einer ehemaligen Synagoge weckt Erinnerungen an die brennenden Synagogen in der Reichspogromnacht am 9. November 1938. In jener Nacht ging auch die alte, von Gottfried Semper errichtete Synagoge im Zentrum Dresdens in Flammen auf, wurde total zerstört und kurze Zeit später abgerissen.

Die Mitglieder des Vorstands des Freundeskreises Dresdner Synagoge e.V. sind fassungslos und verurteilen diesen Brandanschlag auch im Namen der Mitglieder des Vereins auf die Jüdische Begräbnishalle aufs Schärfste. Er ist nicht nur ein Anschlag auf die Jüdische Gemeinde zu Dresden, sondern auch auf unsere gemeinsame Geschichte und Kultur in Deutschland.

Die Mitglieder des Vorstands des Freundeskreises Dresdner Synagoge e.V. rufen deshalb dazu auf, die Jüdische Gemeinde zu Dresden mit einer Spende an den Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V. bei der Beseitigung der Schäden und der Erhöhung der Sicherheit auf dem Neuen Jüdischen Friedhof zu unterstützen.

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V.
Bank: Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen eG – LKG –
BLZ: 850 951 64
Kontonummer: 10 2756 029
Kennwort: Brandanschlag Jüd. Friedhof

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Wir stellen Ihnen gern eine Spendenbescheinigung aus. Bitte geben Sie in diesem Fall auf dem Überweisungsformular Ihren Vor- und Nachnamen sowie Ihre vollständige Adresse an.

Der Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V. besteht seit 2002 und ist Nachfolgeorganisation des früheren Fördervereins, welcher sich maßgeblich für den Bau der Neuen Synagoge zu Dresden eingesetzt hatte. Die Neue Synagoge wurde am 9. November 2001 am Hasenberg geweiht. Unser Verein setzt sich vor allem für die Förderung des religiösen und kulturellen Lebens ein, unterstützt die Jüdische Gemeinde zu Dresden in baulichen Fragen und möchte durch seine Veranstaltungen in der Dresdner Öffentlichkeit eine verstärkte Wahrnehmung für das jüdische Leben in der Stadt wecken.

Wir danken Ihnen recht herzlich für Ihre Unterstützung!
Mit freundlichen Grüßen im Namen des Vorstands,
Dagmar Friede und Ingo Wobst

Kontakt:
Ingo Wobst (Stellv. Vorsitzender)
Tel.: (0351) 8108534 und 0178-3284559
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können
Internet: http://www.freundeskreis-synagoge-dresden.de

 
31.08.2010 Pressemitteilung PDF

Unverantwortliche Gleichsetzung, fahrlässige Verharmlosung.

Trotz der Zunahme an rechtsmotivierten und rassistischen Gewalttaten in Sachsen und der jüngsten Geschehnisse in Dresden sieht die Sächsische Zeitung die Gefahr von links.

Die Opferberatung Dresden des RAA Sachsen e.V. warnt vor einer Verharmlosung der Dimension rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt.

In der heutigen Ausgabe der Sächsischen Zeitung berichtet Denni Klein von mehr als 400 rechten und linken Straftaten, wobei er feststellt, dass linke Täter tendenziell gewaltbereiter wären. Er stützt sich dabei auf die Polizeistatistik „politisch motivierter Straftaten“ und deren Teilmenge „politisch motivierter Gewalttaten“. Politisch motivierte Gewalttaten links hätte es demnach 54, politisch motivierte Gewalttaten rechts 16 gegeben.

Die Opferberatung Dresden des RAA Sachsen e.V. hat im letzten Jahr für die Stadt 36 rechtsmotivierte Gewalttaten gezählt, davon 22 Körperverletzungen und ein Mord. Im ersten Halbjahr 2010 waren es bereits 21 Gewalttaten, davon 11 Körperverletzungen.

„Davon zu sprechen, dass Linke tendenziell gewaltbereiter wären, entspricht nicht der Realität, mit der wir als Opferberatung tagtäglich konfrontiert sind. Es widerspricht auch Studien, in denen die besondere Tatschwere, die brutale und lebensbedrohliche Vorgehensweise rechter Täter festgestellt wird.“ so Andrea Hübler, Mitarbeiterin der Opferberatung Dresden.

In fragwürdiger Weise zählt der Autor einleitend Straftatbestände auf – Körperverletzung, Brandstiftung, Mord – die potenziell politisch motiviert sein können, um diese im Anschluss in 153-facher Ausfertigung Linken zuzuweisen. Wie viele der 153 Straftaten tatsächlich diesen Straftatbeständen zuzuordnen sind, bleibt unerwähnt. In der aufgeführten Liste findet sich ein rassistischer Mord, kein linksmotivierter. Die als links eingestuften Fälle von Brandstiftungen – Bundeswehr und ein Polizeirevier – sind nach wie vor nicht aufgeklärt. Am 13. Februar kam es zu zahlreichen Körperverletzungen – vor allem von Nazis auf Protestierende. Hier allein auf die Gegner des Naziaufmarschs abzuheben ist tendenziös.

Tendenziös wirkt auch der Kommentar des Autors, wenn er vom „Kampfplatz für politisch Desorientierte“ schreibt. Wenn Neonazis versuchen, alternative Wohnprojekte in Brand zu stecken, ist das keine Auseinandersetzung zweier politischer Gegner. Es sind gezielte Angriffe von Neonazis auf Menschen, die sie aus ihrer Ideologie heraus verachten und bekämpfen. „Es ist der Hass auf andere Jugendkulturen, auf Nichtrechte, auf Linke, auf alles was ihr Bild von Homogenität stört. Neonazis wollen diejenigen, die den Mund aufmachen und sich gegen Nazis wehren, einschüchtern und die die sich nicht anpassen wollen unter Druck setzen.“ erklärt Hübler.

Zynisch wirkt in diesem Zusammenhang vor allem Kleins Prophezeiung, dass beide Seiten zunehmend Freude daran fänden, sich auf Dresdner Flur auszutoben. „Statt sich mit den Betroffenen der Brandanschläge zu solidarisieren, wird ihnen auch noch eine Mitschuld zugesprochen. Das bestärkt die Täter und lässt die Betroffenen allein.“ so Hübler weiter.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung
0351 889 41 74
0172 974 12 68
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26.08.2010 Presseinformation des Treibhaus e.V. Döbeln PDF

Nach Sturm 34-Prozess: erneuter Brandanschlag auf Döbelner Treibhaus e.V.

In der Nacht vom 25.08.2010 auf den 26.08.2010 entzündeten bisher noch unbekannte TäterInnen gegen 2 Uhr ein Transparent an der Hausfassade des Treibhaus e.V. Döbeln. Das Transparent richtete sich mit seiner Aussage gegen die gängige Abschiebepraxis und war in ca. 3 Meter Höhe über dem Bürgersteig an der Hausfassade befestigt. BesucherInnen des vom Treibhaus e.V. betriebenen Café Courage, welches sich im Haus befindet, bemerkten den Brand erst mit Verzögerung und alarmierten daraufhin die Polizei. Ein Eingreifen der Feuerwehr war nicht nötig. Glücklicherweise hatte das Feuer nicht auf die Holzfensterrahmen, an denen das Plakat befestigt war, übergegriffen. Personen kamen keine zu Schaden. Zum jetzigen Zeitpunkt muss von einem gezielten Anschlag unter Verwendung von Brandbeschleunigern ausgegangen werden, da BesucherInnen nach dem Brand eine Flüssigkeit an den Transparentresten aufgefallen war.

Tags zuvor hatte am Döbelner Amtsgericht der letzte Prozesstag gegen drei Mitglieder der mittlerweile verbotenen Neonazikameradschaft Sturm 34 aus Mittweida stattgefunden. Dieser endete mit einer Einstellung des Verfahrens, einem Freispruch und einer achtmonatigen Freiheitsstrafe ausgesetzt auf 2 Jahre Bewährung für einen der Angeklagten. Den Beschuldigten war vorgeworfen worden, im Februar 2007 an einem Überfall auf das Café Courage beteiligt gewesen zu sein, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Bei dem Überfall während einer Kabarettveranstaltung hatten die AngreiferInnen Bühnentechnik und Inneneinreichtung demoliert und verletzten eine Frau so schwer, dass sie nach notärztlicher Erstversorgung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Dreieinhalb Jahre nach dem Übergriff gelang es indes nicht, höhere Strafen gegen die Beschuldigten zu erwirken, da sich nach der großen Zeitspanne zwischen dem Überfall und der Gerichtsverhandlung Widersprüche in den Aussagen von ZeugInnen ergaben. Mitglieder der lokalen Neonaziszene verließen den Gerichtssaal daraufhin nach der Urteilsverkündigung mit einem Siegerlächeln und fuhren hupend davon.

Stefan Brauneis, Pressesprecher des Treibhaus e.V. nannte das Urteil eine Enttäuschung. „Der Brandanschlag einen Tag nach der Gerichtsverhandlung zeigt: Solch milde Urteile helfen nicht, militante Neonazis von gewaltsamen Einschüchterungsversuchen abzubringen.“ Wo Menschen mittels Gewalt an der Ausübung ihrer demokratischen Grundrechte gehindert werden sollen, müsse der Staat mit besonderem Nachdruck aktiv werden. Brauneis weiter: „Rechtsextreme Übergriffe müssen bei der Staatsanwaltschaft mit besonderer Priorität behandelt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass rechte GewalttäterInnen ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können, weil die Verfahren erst nach Jahren zum Abschluss kommen.“ Zudem sei es notwendig, solche Verfahren besonders intensiv vorzubereiten. So dürfe es z.B. nicht passieren, dass weder RichterIn noch Staatsanwaltwaltschaft über weitere laufende Verfahren von ZeugInnen oder Beschuldigten informiert seien.

Kati Voigt, Mitarbeiterin des Treibhaus e.V. ergänzt: „Seit Jahren weisen wir als Verein darauf hin, dass die lokale Neonaziszene ein Objekt in der Reichensteinstraße als Rückzugsraum und Konzerthalle benutzt. Es ist bekannt, dass das Gebäude wichtig für die Szene ist, um sich zu organisieren und Strukturen zu festigen. Dennoch ist dies bis heute kein Thema in der Stadt. Initiativen gegen die Nutzung des Objekts durch Neonazis wären aber dringend angezeigt.“

Erst vor sechs Wochen waren Brandstiftungen auf die Autos einer Mitarbeiterin des Treibhaus e.V. und eines weiteren Vereinsmitglieds verübt worden. Auch damals wurden Rechtsextremisten hinter den Anschlägen vermutet. Nach anfänglich zögerlichen Aussagen der Polizei zum möglichen Tathintergrund werden diese Brandanschläge nun auch in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik unter dem Titel „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ geführt. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Drs 5/3156) hervor. Die Ermittlungen der SOKO Rex haben bisher noch nicht zur Feststellung von Tatverdächtigen geführt.
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Pressekontakt über Stefan Brauneis: 0177/4170604

 

Treibhaus e.V.
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04720 Döbeln

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