Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

2948 Einträge in der gesamten Chronik

: Leipzig (Stadt Leipzig)

Jürgen Kasek ist in der Region als ausgesprochener Gegner der rechten Szene bekannt. Unter anderem zeigte er Pegida-Chef Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung an und organisierte eine Demonstration gegen den Leipziger Pegida-Ableger. Erst vor einer Woche hatte Kasek auf Twitter einen Steckbrief veröffentlicht, den Unbekannte ihm zugespielt hatten. Der Absender schreibt ein "Kopfgeld" von 10.000 Euro auf Kasek aus – mit Angabe seiner Adresse und der Aufforderung ihm einen "Denkzettel" zu erteilen.

Zeit online

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: Delitzsch (Nordsachsen)

Rechte Schmierereien an Linken-Abgeordneten-Büro in Delitzsch

Vermummte haben erneut rechte Parolen und Symbole an ein Parteibüro der Linken in Delitzsch in der Nacht zu Donnerstag geschmiert. Die Partei zählte allein in diesem Jahr sachsenweit dutzende ähnlicher Vorfälle.

Drei unbekannte Täter haben rechte Schmierereien an dem Büro einer Linken-Landtagsabgeordneten in Delitzsch hinterlassen. Wie die Partei mitteilte, wurden die Fensterscheiben des Büros von Luise Neuhaus-Wartenberg an der Riiterstraße in der Nacht zum Donnerstag mit Schriftzügen besprüht. Der Text lautete: „Die Feinde der Volker angreifen“ (Fehler im Original). Zudem war an die Fassade des Büros noch ein großes „NS“ und ein Herz mit schwarzer Farbe gesprüht worden. Nach Angaben der Polizei ertappte ein Mitarbeiter des Parteibüros die vermummten Täter gegen 0.10 Uhr bei der Tat. Als die Sprayer flohen, rannte der 45-Jährige ihnen zunächst hinterher. Er ließ allerdings ab, als einer der Männer ihm Gewalt androhte. Die Polizei fahndet nun nach drei „augenscheinlich“ männlichen Personen Anfang 20. Nach Angaben der Linken gab es in Sachsen seit Jahresbeginn 41 ähnliche Vorfälle, darunter Sachbeschädigungen an Abgeordneten-Büros, Übergriffe auf Wohnungen und Infostände sowie Bedrohungen von Parteimitgliedern.

LVZ

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: Meißen (LK Meißen)

Syrer mit Schwert angegriffen

Am Nachmitag hat ein 31 Jähriger Meißner die im Hausflur stehenden Fahrräder zweier syrischer Nachbarn beschädigt. Als diese ihn darauf ansprachen, holte der ein Schwert aus seiner Wohnung und verletzte einen der Betroffenen an der Hand. Die alarmierte Polizei stelte das Deko-Schwert mit einer 40 cm langen stumpfen Klinge sicher.

Polizei, Presse

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: Riesa (LK Meißen)

Rassistischer Angriff in Regionalbahn

In der Regionalbahn von Dresden nach Leipzig griffen am späten Abend mehrere Deutsche einen Inder an. Sie zwangen ihn den Hitlergruß zu zeigen, beleidigten und schlugen ihn. Die Angreifer zeigten dabei auch selbst mehrfach den Hitlergruß. Die alarmierte Polizei konnte die Täter am Bahnhof Riesa nicht stellen, da diese den Zug bereits einen Haltepunkt zuvor verlassen hatten.

Presse

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: Dresden Leuben (Stadt Dresden)

Rassistischer Angriff

Am Abend sind drei aus Eritrea stammende junge Frauen und ein junger Mann aus Syrien von zwei Unbekannten attackiert worden. Sie waren mit einer Straßenbahn der Linie 2 unterwegs. in der sich auch die späteren Täter befanden. An der Haltestelle "Abzweig Reick" stiegen alle aus der Bahn. Kurz darauf riefen die beiden Unbekannten rechte Parolen. Sie bedrohten die drei Frauen und den Mann zunächst und attackierten sie dann. Sie zerrten eine Frau zu Boden und schlugen auf sie ein. Ihre drei Bekannten konnten fliehen und alarmierten die Polizei. Als die Beamten vor Ort eintrafen, waren die Täter bereits geflüchtet. Das Dezernat Staatsschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Polizei

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