Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

2870 Einträge in der gesamten Chronik

: Weißwasser (LK Görlitz)

Hakenkreuze geschmiert

In der Nacht auf Donnerstag haben Unbekannte an verschiedenen Orten in der Stadt insgesamt sieben Hakenkreuze geschmiert.

Quelle: Presse

 

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: Dresden Dobritz (Stadt Dresden)

Fremdenfeindliches Transparent entrollt

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Mitglieder der "Aktionsgruppe Dresden" ein fremdenfeindliches Transparent von einem Hochhaus entrollt. Auf dem Transparent war u. a. zu lesen "Wehrt euch endlich gegen Islamisierung, Masseneinwanderung und Meinungsdiktat".

Quelle: Polizei, Presse

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: Zittau (LK Görlitz)

Buttersäure in Zittau

Am frühen Mittwochabend bewarfen zwei unbekannte Männer mittleren Alters in Zittau den Club EMIL, das Wohnprojekt IW18 sowie den dort ansässigen Graffiti- und Skateshop FAME mit Buttersäure.

Betroffene, Polizei

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: Bautzen (LK Bautzen)

72-Jähriger angegriffen

Am Mittwochnachmittag haben zwei unbekannte Jugendliche an der Dr.-Peter-Jordan-Straße in Bautzen einen 72-jährigen Mann zu Boden gestoßen. Der Senior verletzte sich dabei leicht am Arm. Die Jugendlichen sollen „Ausländer raus“ gerufen haben und sind in Richtung Stieberstraße davongerannt. Der Geschädigte ist deutscher Staatsbürger algerischer Abstammung und lebt seit rund vier Jahrzenten in Deutschland. Eine sofortige Fahndung nach den beiden Tatverdächtigen blieb ohne Erfolg.

Polizei

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: Grimma (LK Leipzig)

Mutmaßliches Mitglied der "Terrorcrew Muldental" freigesprochen

 
Ein mutmaßliches Mitglied der rechten „Terror Crew Muldental“ ist vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden. Aus Sicht des Amtsgerichts Grimma blieben zu viele Zweifel an einer Tatbeteiligung des 26-Jährigen. Es sei nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen, dass dieser an einer Schlägerei am Himmelfahrtstag 2013 in Bennewitz bei Wurzen beteiligt gewesen sei, begründete Richter Ralph Kehe am Dienstag die Entscheidung.

Der Angeklagte selbst hatte in der Verhandlung angegeben, an jenem Tag nicht vor Ort gewesen zu sein. Vier Zeugen, die am Tattag verletzt worden waren, sagten aus, sie könnten sich nicht an das Geschehen erinnern. Dass die Zeugen aus Angst geschwiegen hätten, sei nicht auszuschließen, sagte der Richter. Es könne sein, dass Druck auf sie ausgeübt worden sei. „Aber ich weiß es nicht“, betonte Kehe.

Besonders verwundert zeigten sich Richter und Staatsanwalt über die nahezu gleich lautenden Aussagen der Zeugen. „Bei mir ist der Eindruck der Absprache entstanden“, stellte Kehe klar. Dass sich einer der Zeugen nicht einmal daran erinnern wollte, bei der Anfertigung eines Phantombilds mitgewirkt zu haben, sei nicht nachvollziehbar. So blieben Zweifel an der Unschuld des Angeklagten.

Daran könnten auch die Handyfotos nichts ändern, die ein von der Verteidigung berufener Zeuge präsentierte. Diese sollten beweisen, dass der Angeklagte zur Tatzeit weit von Bennewitz entfernt den „Männertag“ gefeiert hatte. Ob die Daten auf dem Handy manipuliert seien, könne er nicht feststellen, so der Richter. Dies müsse er aber auch nicht, weil die vorliegenden Aussagen eine Verurteilung ohnehin nicht zugelassen hätten. So bleibe letztlich der von Staatsanwalt und Verteidiger geforderte Freispruch.

Von LVZ

LVZ

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