Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3501 Einträge in der gesamten Chronik

: Taucha (Nordsachsen)

Nationalsozialistische Fußballfans in Taucha

Bei einem Auswärtsspiel des linken Fußballvereins Roter Stern Leipzig kam es zu bewussten Provokationen und nationalsozialistischen Gesängen von etwa 20, teilweise augenscheinlich minderjährigen, Anhängern der SG Taucha 99. Diese posierten mit schwarz-weiß-roter Fahne und skandierten unter anderem "Frei, sozial, national!", einen in der Neonazi-Szene gängigen Spruch. Der nordsächsische Verein reagierte jedoch und ließ die Rechten nicht ins Stadion, auch die Polizei reagierte mit Verstärkung ihrer Kräfte auf die Lage. 

Quelle: Augenzeug_innen

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: Brandis, OT Beucha (LK Leipzig)

Hakenkreuze in Beucha 

"Unbekannte sprühen im Gebiet der Bergkirche Beucha mit blauem und schwarzem Lack Hakenkreuze. Wie lange sie dort schon zu sehen sind, ist unbekannt. In gleicher Farbe sind im kompletten Dorfgebiet "LOK"-Schriftzüge angebracht."

Quelle: Chronik.LE

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: Löbau (LK Görlitz)

"Antisemitische Karikatur im Schaufenster

Im Schaufenster eines Geschäftes im Zentrum von Löbau (Sachsen) wurde am 8. Juni der Aushang einer antisemitischen und rassistischen Karikatur entdeckt. Neben der Karikatur hingen zwei weitere Zettel, deren Inhalte auf das Reichsbürgerspektrum deuten.

Der Aushang zeigt die antisemitische Karikatur eines Juden mit wulstigen Lippen, langer Nase und abstehenden Ohren. Er drückt eine ängstlich blickende weiße Frau und einen rassistisch dargestellten, auf die Frau lüstern schauenden schwarzen Mann zusammen, während er dabei diabolisch grinst. Über dem Bild steht „Danke Merkel“, als Quelle wird untenstehend "www.Karikatur-Satiere..." [sic] angegeben. Neben der antisemitischen Judendarstellung, auf deren Stirn auch ein Davidstern prangt, fliegen Ratten. Die Zeichnung nimmt den in rechtsextremen und rechtspopulistischen Milieus verbreiteten Verschwörungsmythos auf, wonach Einwanderung von der jüdischen Weltverschwörung gesteuert werde, um die Bevölkerung Deutschlands auszutauschen oder eine neue Bevölkerung „heranzuzüchten“.

Auf den daneben hängenden Zetteln wird auf das Buch "Geheimsache Staatsangehörigkeit" hingewiesen, verbunden mit einem Amazon-Link zum Bestellen des Buches. Im dazu abgedruckten Text wird behauptet, Staatsbürgerrechte nur mit einem Staatsangehörigkeitsausweis zu haben. Dieser Staatsangehörigkeitsausweis wird auf einem weiteren Aushang erläutert. In der Reichsbürgerszene ist der Staatsangehörigkeitsausweis ein häufig beantragtes Dokument, da er anders als die Ausweispapiere der von Reichsbürger_innen nicht anerkannten Bundesrepublik auf ein Gesetz aus dem Deutschen Reichen zurückgeht.

Als der Zettel entdeckt wurde, war der Laden bereits geschlossen. Es wurde jedoch Anzeige bei der Polizei gestellt."

Quelle: Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus

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: Bad Lausick, OT Lauterbach (LK Leipzig)

Hakenkreuz-Schmierereien auf Straße 

Auf der Bad-Lausicker-Straße wurden von Unbekannten zwei Hakenkreuze mit etwa 50 cm Durchmesser mit grüner Farbe auf die Straße gesprüht. Laut Polizei hat die Straßenmeisterei Borna die Entfernung bereits veranlasst.

Quelle: Polizei

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: Borsdorf, OT Panitzsch (LK Leipzig)

Antisemitischer Schriftzug

Unbekannte brachten laut Polizei am Haupthaus der alten Trabrennbahn in Borsdorf mit schwarzer Farbe den Schriftzug "AfD Juden raus" an. Ob damit wirklich die Partei AfD antisemitisch als Juden bezeichnet werden, oder ob es sich um mehrere Schriftzüge, etwa "AfD" und "Juden raus" handelt, ist nicht erkenntlich. Nach Polizeiangaben wurde die Entfernung bereits veranlasst. 

Quelle: Polizei

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